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DOI: 10.1055/s-0039-1695354
Phänotypisierung der nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) durch das intestinale Mikrobiom – Sind wir schon so weit?
Authors
Publication History
Publication Date:
13 August 2019 (online)
Einleitung und Ziel:
Mehrere Studien suggerieren die Assoziation intestinaler Mikrobiotasignaturen mit der NAFLD. Diese unterscheiden sich im Hinblick auf die Patientenkollektive sowie die verwendeten Methoden. Ziel dieser Analyse ist es, die Reproduzierbarkeit der bisher veröffentlichten humanen Daten zur NAFLD am eigenen Kollektiv mittels moderner NGS (Next-Generation-Sequencing)-Methoden zu überprüfen.
Methoden:
Die Literatursuche erfolgte mittels der Begriffe "nonalcoholic fatty liver disease", "nonalcoholic steatohepatitis", "dysbiosis", "microbiome" und "microbiota" in Pubmed. Die eigene NAFLD-Kohorte wurde in der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie der Uniklinik Köln rekrutiert. Die individuelle taxonomische Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiota wurde durch 16S-rDNA-Gensequenzierung von Stuhlproben analysiert. Die Daten wurden an entsprechende Unterkollektive angepasst und mit den Ergebnissen der identifizierten Studien verglichen.
Ergebnisse:
Wir konnten 13 Studien mit unseren Daten vergleichen. Unsere Kohorte umfasste 90 Patienten (n = 21 NAFL; n = 47 NASH; n = 23 ohne Biopsie) und 21 gesunde Kontrollen. Eine verminderte Abundanz des Phylums Bacteroidetes, der Familie Ruminococcaceae sowie erhöhte Abundanzen der Familien Lactobacillaceae, Veillonellaceae und der Gattung Dorea waren in jeweils 4/13, 5/13, 4/13, 2/13, 3/13 Studien die häufigsten berichteten Veränderungen und ließen sich in unserem Kollektiv ebenfalls bestätigen. Dennoch konnte die Mehrheit der berichteten Unterschiede weder in unserem eigenen noch in anderen Kollektiven reproduziert werden.
Schlussfolgerung:
Als Zeichen der Dysbiose bei NAFLD wurde die am häufigsten beobachtete verminderte Abundanz von Bacteroidetes und Ruminococcaceae auch in unserem Kollektiv bestätigt. Trotz wiederholt reproduzierter Häufigkeitsmuster spezifischer Bakterien lässt sich durch die heterogene Studien- und Ergebnislage zum jetzigen Zeitpunkt keine valide NAFLD-Signatur im intestinalen Mikrobiom identifizieren. Weitere prospektive Studien mit homogenen Patientenkollektiven und einheitlichen Methoden sind zur abschließenden Beurteilung notwendig.
