CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S295
DOI: 10.1055/s-0039-1686260
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Extracochleäre Cochleaimplantate – Sackgasse in der Evolution des modernen CIs

R Rupp
1  HNO-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, Erlangen
,
H Iro
1  HNO-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, Erlangen
,
J Hornung
1  HNO-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, Erlangen
› Author Affiliations
Further Information
Dr. med. Robin Rupp
HNO-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen,
Waldstraße 1, 91054
Erlangen

Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

 

    Einleitung:

    Neben den heute verbreiteten intracochleären Geräten wurden in den 1980er Jahren auch extracochleär angelegte Implantate entwickelt und klinisch erprobt. Dazu wurde ein Elektrodenträger, der sogenannte „Igel“, transtympanal im Bereich der medialen Paukenhöhlenwand von außen auf der Cochlea fixiert. Ab 1985 wurde ein solches Implantat mit 16 Elektroden, davon 2 freie und 14 auf dem Elektrodenträger befindliche, klinisch erprobt.

    Untersuchung:

    Ein männlicher Patient, welcher 1986 im Alter von 18 Jahren rechtsseitig mit einem extracochleären Cochlea-Implantat versorgt wurde, stellte sich mit rezidivierenden Implantatentzündungen vor. Das Gerät habe laut Angabe des Patienten lediglich ein halbes Jahr funktioniert. Inspektorisch zeigte sich retroaurikulär rechts eine perkutan angelegte zirkuläre Steckverbindung, welche ursprünglich als Kupplung für einen externen Prozessor fungierte. Im CT-Felsenbein zeigte sich die tympanale Lage der Implantatelektroden mit diffuser Weichgewebsvermehrung sowie ein teils destruiert erscheinendes Felsenbein.

    Ergebnisse:

    Aufgrund rezidivierender temporaler Entzündungen wurde im Intervall das Implantat komplett entfernt. Dazu wurden die transkanalär verlaufenden Kabel von der Steckverbindung bis zum Elektrodenträger präpariert und dieser von der Cochlea entfernt. Es handelte sich um ein extracochleäres 16-Kanal-Implantat. 10 Wochen postoperativ zeigten sich unauffällige Wundverhältnisse.

    Schlussfolgerung:

    Extracochleäre Cochleaimplantate konnten sich gegenüber intracochleär angelegten nicht durchsetzen. Unser Fallbeispiel verdeutlicht, dass Patienten auch nach über 30 Jahren noch mit den Folgen solcher Implantationen konfrontiert werden.


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    Dr. med. Robin Rupp
    HNO-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen,
    Waldstraße 1, 91054
    Erlangen