CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S294-S295
DOI: 10.1055/s-0039-1686259
Poster
Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Klinisches Spektrum und postoperative Entwicklung von Patienten mit unilateralem Vestibularisschwannom

J Rudolph
1  Universitäts-HNO-Klinik Freiburg, Freiburg
,
S Arndt
2  Universitäts-HNO-Klinik, Freiburg
,
A Aschendorff
2  Universitäts-HNO-Klinik, Freiburg
,
R Birkenhäger
2  Universitäts-HNO-Klinik, Freiburg
,
R Laszig
2  Universitäts-HNO-Klinik, Freiburg
› Author Affiliations
Further Information
cand. med. Johanna Rudolph
Universitäts-HNO-Klinik Freiburg,
Kilianstraße 5, 79106
Freiburg

Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

 

    Einleitung:

    Das Vestibularisschwannom (VS) löst durch seine variable Lage entlang des 8. Hirnnerven vielfältige Symptome aus. Man unterscheidet 3 Therapiemöglichkeiten: wait-and-scan, Bestrahlung und die Operation über 3 mögliche Zugangswege, die zu verschiedenen Komplikationen führen kann. Unser Ziel ist es, die Daten über Ausprägungen des VS, Diagnostik, sowie Therapien und Komplikationen zu kategorisieren, um einen Überblick über das Krankheitsbild zu schaffen und Korrelationen aufzudecken.

    Methoden:

    Es wurde eine retrospektive Analyse von 128 Patienten (P) mit unilateralem VS durchgeführt, die in den letzten 10 Jahren am Uniklinikum Freiburg behandelt wurden.

    Ergebnisse:

    Das häufigste Symptom war Hörminderung (85,7%, n = 108), aber auch Tinnitus (75,2%, n = 94) und Schwankschwindel (40,8%, n = 51) wurden oft beklagt, sowie Kopfschmerzen, Hörsturz, Sensibilitätsausfall u.a.. Der Tumor lag meist rein intrameatal (41%, n = 50) und seine größte Ausdehnung betrug im Durchschnitt (i.D.) 13,2 mm. 27 P (21,4%, n = 27) wurden mittels „wait-and-scan“ für i.D. 3,65 Jahre kontrolliert und 9,5% (n = 12) wurden bestrahlt. Die meisten P (90,5%, n = 114) wurden – teils sekundär nach „wait-and-scan“ oder Bestrahlung – über verschiedene Zugänge operiert: 60,4% (n = 64) translabyrinthär, 30,2% (n = 32) suboccipital und 9,4% (n = 10) subtemporal. Postoperativ traten bei 81,7% (n = 89) der P Komplikationen auf, am häufigsten die Facialisparese (50,6%, n = 45). Weitere Komplikationen waren Kopfschmerzen, Liquorfistel, Tinnitus, Surditas und Schwindel.

    Schlussfolgerung:

    Als häufigstes Symptom trat eine Hörminderung auf, was sich mit Angaben der Literatur deckt. Trotz vieler Therapiemöglichkeiten wird meist primär oder sekundär operiert. Die Facialisparese als häufigste Komplikation findet sich auch in der Literatur.


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    cand. med. Johanna Rudolph
    Universitäts-HNO-Klinik Freiburg,
    Kilianstraße 5, 79106
    Freiburg