CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S287
DOI: 10.1055/s-0039-1686186
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Otologie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Progrediente Verschlechterung der Hörperformance durch CI-Elektrodendislokation

T Jakob
1  HNO Universitätsklinik Freiburg, Freiburg
,
S Arndt
1  HNO Universitätsklinik Freiburg, Freiburg
,
A Aschendorff
1  HNO Universitätsklinik Freiburg, Freiburg
› Author Affiliations
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Dr. Till Jakob
HNO Universitätsklinik Freiburg,
Killianstr. 5, 79106
Freiburg

Publication History

Publication Date:
23 April 2019 (online)

 

    Einleitung:

    Bei Komplikationen nach CI-OP wird zwischen Gerätefehlern und medizinischen Fehlern unterschieden. Gerätefehler werden in 'Hard failure' und 'Soft failure' unterteilt. Von Hard failure spricht man bei einem eindeutigen Gerätedefekt, z.B. bei Elektrodenbruch, diese Fehler können durch einen abnormen 'Integrity Test' diagnostiziert werden. Soft failure sind selten, hier wird eine Gerätefehlfunktion vermutet, welche jedoch nicht mit derzeit verfügbaren in-vivo Methoden nachgewiesen werden kann.

    Methoden:

    Eine 60-jährige Patientin stellte sich bei uns mit progredienter Verschlechterung des Sprachverstehens mit ihrem CI vor. 2014 wurde sie nach Hörsturz mit einem MedEl® Concerto (Flex28) CI versorgt. Die postoperative Kontrolle der Elektrodenposition mittels Rotationsangiografie zeigte eine regelrecht einliegende Elektrode. Seit April 2018 wurde die Hörperformance deutlich schlechter.

    Ergebnisse:

    Die technische Überprüfung zeigte steigende Impedanzen der basalen Elektroden. Aufgrund des Integrety Test wurde vermutet, dass die Elektroden 8 – 12 außerhalb der Cochlea lagen. Eine Bildgebung mittels Rotationsangiografie zeigte 5 dislozierte extracochleär liegende Elektroden. In einer Revisions-OP konnte der Elektordenträger wieder vollständig in die Cochlea eingeführt und fixiert werden.

    Schlussfolgerungen:

    Bei Verschlechterung der Hörperformance sollte gerade bei einer Zunahme der Impedanzen der basalen Elektroden eine Bildgebung zur Überprüfung der Elektrodenlage erfolgen. Bei der CI-Implantation sollte bei geraden Elektrodenträgern besonders auf eine zuverlässige Fixierung geachtet werden. Dies kann beispielsweise mit Zement erfolgen. Bei gebogenen, Modiolus-nahen Elektroden scheint die Gefahr einer Elektrodenmigration nach extracochleär deutlich geringer zu sein.


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    Dr. Till Jakob
    HNO Universitätsklinik Freiburg,
    Killianstr. 5, 79106
    Freiburg