Einleitung:
Die sog. Direct-Drive-Simulation (DDS) bietet Patienten präoperativ eine Klangsimulation
des "Vibrant Soundbridge®-Hörens". Ein Floating-Mass-Transducer (FMT) wird auf das
Trommelfell oder die rekonstruierte Paukenabdeckung aufgesetzt, worüber den Patienten
Testsignale dargeboten werden. Ziel der Arbeit war die Evaluation einer Weiterentwicklung
des Tests hin zur DDS-Tonaudiometrie und DDS-Sprachaudiometrie.
Material und Methoden:
Über den am Audiometer-Audioausgang für Einsteckhörer angeschlossenen DDS-FMT wurden
bei 20 normalhörenden Probanden eine DDS-Tonschwelle und eine DDS-Sprachaudiometrie
durchgeführt. Die Ergebnisse wurden mit den über Einsteckhörer gemessenen Werten verglichen.
Ergebnisse:
Die Mediane der DDS-Tonschwelle betrugen nach der Frequenz: 125 Hz/55dB, 250 Hz/40dB,
500 Hz/25dB, 1 kHz/10dB, 2 kHz/10dB, 3 kHz/20dB, 4 kHz/20dB, 6 kHz/15dB, 8 kHz/15dB.
Die maximale interindividuelle Schwankung pro Frequenz betrug 30dB. In der Sprachaudiometrie
betrug der Median für das Einsilberverständnis für Wörter bei 65dB 100%, der für das
50% Zahlwortverständnis 30dB.
Diskussion:
Der Verlauf der DDS-Hörschwellenkurve war passend zur nicht linearen Wiedergabe des
FMT. Interindividuelle Unterschiede könnten durch eine schwankende Ankopplungsqualität
begründet sein. Die DDS-Sprachaudiometrie erbrachte intraindividuell zur Tonaudiometrie
passende Ergebnisse.
Schlussfolgerungen:
DDS-Ton- und Sprachaudiometrie sind möglich. Die DDS-Tonaudiometrie scheint ein nützlicher
Indikator für die Ankopplungsqualität und damit von Interesse für die Entwicklung
einer DDS-BERA als einem objektiven präoperativen Testverfahren. Die DDS-Sprachaudiometrie
könnte präoperativ prognostischen Wert haben. Hier sind weitere Testergebnisse an
Patienten vor und nach Versorgung mit einer VSB abzuwarten.