Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement 2016; 21(06): 259
DOI: 10.1055/s-0036-1580414
Editorial
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

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  • Carolin Freye

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Publication Date:
21 December 2016 (online)

die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür: Für die einen bedeutet dies den Auftakt zu einer besinnlichen Zeit im Kreise von Familie und Freunden – für andere beginnen stressige Tage, in denen die letzten Geschenke besorgt und dann mehrere Tage die Großfamilie ertragen werden muss. Die wenigsten Menschen haben in den letzten zwei Wochen des Jahres Zeit und Muße, Blut spenden zu gehen. Die Folge: In den Kliniken schwindet der Vorrat an Blutkonserven.

Täglich werden in Deutschland ca. 15 000 Blutspenden benötigt, doch saisonale Schwankungen bei der Spendebereitschaft können zu einem Problem werden. Zu bestimmten Zeiten fehlen genügend Blutspender, z. B. in Ferienzeiten sowie im Frühling, wenn die Allergien Hochsaison haben. Eigentlich könnten – nach den gesetzlichen Vorgaben – ca. 33 % der Bevölkerung Blut spenden. Die traurige Wahrheit ist: Nur 3 % der Deutschen tun dies auch. Viele Blutspendedienste wie das Deutsche Rote Kreuz, Krankenhäuser, staatlich-kommunale und universitäre sowie unabhängige Blutspendedienste versuchen schon seit Jahren durch gute Werbeaktionen über die Notwendigkeit von Blutspenden aufzuklären und die Spendenbereitschaft zu erhöhen.

Mit der Ressource Blut beschäftigt sich auch die Publikation von Mitarbeitern der Universitäten Greifswald und Rostock in diesem Heft ab S. 272. Sie untersuchten, welche Kosten eine Vollblutspende verursacht und leiten daraus Schlussfolgerungen für eine Make-or-Buy-Entscheidung ab. Das Ergebnis ist eindeutig: Für ein (Universitäts-)Klinikum lohnt es sich auf jeden Fall, einen eigenen Blutspendedienst zu betreiben, um den Blutbedarf der eigenen Patienten zu decken. Vollblut von einem anderen Hersteller einzukaufen ist letztlich deutlich teurer. Und es gibt laut den Autoren einen weiteren Vorteil: Mit kleineren und regionalen transfusionsmedizinischen Einrichtungen identifiziert sich die Bevölkerung in der Regel wesentlich stärker – und die Menschen spenden häufiger.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Fest sowie ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr! Vielleicht finden Sie ja sogar Zeit, Blut spenden zu gehen.

Ihre