Aktuelle Urol 2015; 46(05): 395-409
DOI: 10.1055/s-0035-1564152
Operative Techniken
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Alloplastische spannungsfreie ­Schlingen­operationen (TVT, TOT, TVT-O)

Authors

  • S. Wille

    1   Universitätsklinik Köln, Klinik und Poliklinik für Urologie, Köln
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Publication Date:
17 September 2015 (online)

Einleitung

Grundlage für die spannungsfreie Schlinge ist die von Petros und Ulmsten entwickelte Integraltheorie. Ulmsten beschrieb erstmals die Technik der spannungsfreien Schlinge 1996. Mittlerweile ist die Technik etabliert und als Gold-Standard zur Behandlung der Belastungsinkontinenz anerkannt. In der Literatur sind Langzeitdaten bis zu 11,5 Jahren publiziert. Dabei beträgt die objektive Kontinenz zwischen 84 % und 90 % und die subjektive Kontinenz 78 %. Neben dem „tension free vaginal tape“ (TVT), das retrosymphysär gelegt wird, existiert die Modifikation, bei der das Band transobturatorisch geführt wird. Die Gleichwertigkeit der retropubischen und der transobturatorischen Schlinge wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen. Auch beim Vergleich der vaginosuprapubischen mit der suprapubischvaginalen Führungsrichtung (TVT) sowie beim Vergleich der transobturatorischen Technik mit den 2 möglichen Führungsrichtungen „inside-out“ (TVT-O) oder „outside-in“ (TOT) wurden keine signifikanten Unterschiede nachgewiesen. Die Ergebnisse der sog. Minischlingen sind den retropubischen und transobturatischen Schlingen unterlegen und haben sich bislang nicht durchsetzen können.