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DOI: 10.1055/s-0035-1563464
NET des Pankreas und Mitteldarms – Neue Option bei neuroendokrinen Tumoren
Publication History
Publication Date:
28 October 2015 (online)
Gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumoren (GEP-NET) manifestieren sich als Primärtumoren meist im Gastrointestinaltrakt und Pankreas, finden sich allerdings auch ubiquitär. Die Symptomatik der Patienten mit GEP-NET hängt von der hormonellen Aktivität der Tumoren und von der Lokalisation und Tumorausdehnung ab. Bei funktionell inaktiven Tumoren kann die Erkrankung aufgrund der unspezifischen Beschwerden über viele Jahre unentdeckt bleiben. Obwohl mit Chromogranin A ein sehr sensitiver Serummarker für GEP-Net existiert, ist dieser für die Diagnose zu unspezifisch. Zwar wurde die Detektion durch Methoden der molekularen Bildgebung mittels PET-CT verbessert, die Diagnose bleibt aber nach wie vor schwierig und erfolgt pathologisch.
Alle neuroendokrinen Tumoren haben ein malignes Potenzial und werden nach der aktuellen WHO-Klassifikation anhand des Proliferationsindex KI-67 und ihres Gradings in die Schweregrade G1–G3 eingeteilt, erklärte Prof. Marianne Pavel, Berlin, wobei ein höheres Grading mit einer schlechteren Prognose korreliert. Die Basis der Therapie bildet die chirurgische Entfernung des Tumors und die symptomatische Behandlung mit Somatostatinanaloga. Zur Lokaltherapie von Metastasen erfolgen Strahlentherapie und lokoregionale Verfahren wie SIRT und TACE.
CLARINET®-Studie als Grundlage für neue Indikation
Die Symptombehandlung der hormonell aktiven neuroendokrinen Tumoren des Magen-Darm-Bereichs mit dem Somatostatinanalogon Lanreotid, wurde nun um die Indikation der Behandlung inoperabler, lokal fortgeschrittener oder metastasierter GEP-NET mit Ursprung im Pankreas und Mitteldarm erweitert. Grundlage der EU-weiten Entscheidung bildeten die Ergebnisse der CLARINET®-Studie, einer 96-wöchigen randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie bei 204 G1- oder G2- (Ki-67-Proliferationsindex bis zu 10 %) therapienaiven GEP-NET Patienten, so Prof. Markus Raderer, Wien.
Die Behandlung mit 120 mg Lanreotid (Somatuline Autogel®) alle 28 Tage führte zu einer 53 %igen Risikoreduktion für Progression und Tod im Vergleich zu Placebo. So betrug nach 18 Monaten das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) unter Placebo 18 Monate und war unter Verum nach den 96 Wochen noch nicht erreicht (p < 0,001). Die signifikanten Vorteile fanden sich sowohl bei G1- als auch bei G2- Tumoren, sowohl bei Patienten mit hoher als auch geringer hepataler Tumorlast und waren unabhängig von der Lokalisation im Pankreas oder Mitteldarm. Das Nebenwirkungsprofil entsprach den bekannten Daten aus anderen Untersuchungen mit der Substanz. Häufigste behandlungsbedingte Nebenwirkungen in der Verumgruppe waren Diarrhö (26 %), abdominaler Schmerz (14 %) und Cholelithiasis (10 %).
Richard Kessing, Zeiskam
Quelle: Launch-Pressekonferenz: „Neue Therapie-Option bei neuroendokrinen Tumoren (NET) des Pankreas und Mitteldarms – neue Indikation für Somatuline Autogel® 120 mg.“ am 22. April 2015 in Frankfurt. Veranstalter: Ipsen Pharma GmbH.
