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DOI: 10.1055/s-0035-1558659
Malignes Melanom – PD1-Hemmung bringt Überlebensvorteil
Authors
Publication History
Publication Date:
03 July 2015 (online)
Für 2 verschiedene Programmed-Death-1(PD-1)-Inhibitoren wurde die Wirksamkeit bei
fortgeschrittenem malignem Melanom, das refraktär gegenüber einer Ipilimumab-Therapie
war, bereits gezeigt. C. Robert et al. haben nun Ergebnisse für den PD-1-Inhibitor
Nivolumab veröffentlicht.
N Engl J Med 2015; 372: 320–330
An der Phase-III-Studie nahmen 418 Patienten mit einem metastasierten Melanom ohne BRAF-Mutation teil, die sich noch keiner Therapie unterzogen hatten. Randomisiert und placebokontrolliert erhielten diese entweder Nivolumab (3 mg / kg alle 2 Wochen) oder Dacarbazin (1000 mg / m² alle 3 Wochen). Nach 1 Jahr lag die Gesamtüberlebensrate – der primäre Endpunkt der Studie – in der mit Nivolumab behandelten Gruppe bei 72,9 % (95 %-Konfidenzintervall [KI] 65,5–78,9), in der Kontrollgruppe bei 42,1 % (95 %-KI 33,0–50,9). Daraus ergab sich eine Risikoreduktion für die Sterblichkeit um 58 % (Hazard Ratio [HR] für Versterben 0,42; 99,79 %-KI 0,25–0,73; p < 0,001). Das mediane progressionsfreie Überleben war in der Nivolumab-Gruppe ebenfalls länger als in der Dacarbazin-Gruppe (5,1 vs. 2,2 Monate). Damit ergab sich mit Nivolumab eine Risikoreduktion für Tod oder Progress von 57 % (HR 0,43; 95 %-KI 0,34–0,56; p < 0,001). Die objektive Ansprechrate lag in der Nivolumab-Gruppe bei 40 % (95 %-KI 33,3–47), in der Kontrollgruppe bei 13,9 % (95 %-KI 9,5–19,4; Odds Ratio 4,06; p < 0,001).
Vorab geplante Subgruppenanalysen zeigten in verschiedenen Populationen gleichermaßen einen Überlebensvorteil für die Therapie mit Nivolumab gegenüber Dacarbazin. Das betraf Auswertungen bezogen auf den PD-L1-Status ebenso wie solche bezogen auf Alter, Geschlecht, Metastasierungsstatus, Allgemeinzustand nach Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG)-Performance-Status, das Vorhandensein von Hirnmetastasen oder die Laktatdehydrogenase-Spiegel zu Studienbeginn.
Nebenwirkungen traten in beiden Studienarmen vergleichbar häufig auf (Nivolumab 74,3 %; Dacarbazin 75,6 %). Fatigue bei 19,9 %, Pruritus bei 17 % und Übelkeit bei 16,5 % der Patienten waren häufigere Nebenwirkungen der Nivolumab-Therapie, während in der Dacarbazingruppe die bekannten Nebenwirkungen dieser Therapie, insbesondere gastrointestinale und hämatologische Toxizitäten, dominierten. Nebenwirkungen des Grads 3 oder 4 waren mit 11,7 % in der Nivolumab-Gruppe seltener als in der Dacarbazin-Gruppe mit 17,6 %.
Die primäre Therapie des metastasierten malignen Melanoms ohne BRAF-Mutation mit dem PD1-Inhibitor Nivolumab führte im Vergleich zu einer Therapie mit Dacarbazin zu einem deutlichen Vorteil im Gesamtüberleben sowie auch im progressionsfreien Überleben.
