Zeitschrift für Ganzheitliche Tiermedizin 2015; 29(04): 131-132
DOI: 10.1055/s-0035-1558148
Ganzheitlicher Exkurs
Sonntag Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG Stuttgart · New York

Regulationsmedizinische Behandlung des Equinen Cushing Syndroms beim älteren Pferd

Eine alternative BehandlungsmöglichkeitRegulation medical treatment of equine Cushingʼs syndrome in an older horse: Alternative therapy
Sabine Gosch
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Korrespondenzadresse

Dr. med. vet. Sabine Gosch
Akupunkturpraxis für Pferde und Kleintiere
Hindenburgstraße 7
76437 Rastatt
Email: drgosch57@aol.com   

Publication History

Publication Date:
12 November 2015 (online)

 

Zusammenfassung

Am Beispiel eines mit Fotos belegten Falles wird eine Therapieoption des Equinen Cushing Syndroms mit dem potenzierten Organpräparat Hypophysis suis Injeel® (forte) (Biologische Heilmittel Heel GmbH, Baden-Baden) beschrieben. Therapieplan und -verlauf werden erläutert.


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Summary

The article uses photos to describe the therapeutic option of equine Cushingʼs syndrome with the potentiated organ preparation Hypophysis suis Injeel® (forte) (Biologische Heilmittel Heel GmbH, Baden-Baden). The author further discusses the plan as well as the course of treatment.


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Einleitung

In den letzten Jahren ist der Anteil alter Pferde kontinuierlich gestiegen, sodass inzwischen geschätzt 10–20 % der in Deutschland lebenden Pferde über 20 Jahre alt sind [6]. Zu den Krankheiten, die vermehrt bei älteren Pferden auftreten, gehört das Equine Cushing Syndrom (ECS/PPID), woran etwa 1 % aller Pferde leiden, wobei die Häufigkeit bei Pferden über 20 Jahren höher ist [3]. Von Pferden über 15 Jahren sind etwa 15 % von ECS betroffen [2]. Die Symptome eines ECS sind häufig unspezifisch wie u. a. langes, lockiges Fell, verzögerter Fellwechsel, Abmagerung, Lethargie, Anorexie, starkes Schwitzen und die Neigung zu Hufrehe. In der Schulmedizin gilt Pergolid bzw. Prascend® (Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH, Ingelheim) als das Mittel der Wahl, das jedoch Nebenwirkungen verursachen kann wie Inappetenz, Lethargie, leichte Ataxie, Diarrhoe und Koliken. In vielen Fällen sind diese Symptome nur vorübergehend, manchmal sind sie jedoch so manifest, dass die Besitzer sich veranlasst sehen, die Therapie abzubrechen.

Vor einigen Jahren wurde in der Zeitschrift Biologische Tiermedizin (BTM) über die erfolgreiche biologische Behandlung des Equinen Cushing Syndroms bei älteren Pferden mit Hypophysis suis Injeel® forte bzw. Hypophysis suis Injeel® (beide Präparate Biologische Heilmittel Heel GmbH, Baden-Baden), einem potenzierten Organpräparat der Firma Heel, berichtet [5].


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Eigene Erfahrungen

Seit gut zehn Jahren empfehle ich Patientenbesitzern diese Spritzenkur mit oft erstaunlichem Erfolg. Die Beschwerden besserten sich oft innerhalb kurzer Zeit, bei manchen Pferden war das typische „Cushing-Fell“ bereits nach einer Woche verschwunden. Die dreiwöchige Kur kann bei Bedarf wiederholt werden. Meist zeigten die Pferde nach 2–3 Kuren keine Symptome mehr, bei einigen tauchten sie nach nur einem Therapiezyklus nicht mehr auf.

Vor ca. 5 Jahren wurde diese Behandlungsmöglichkeit in einer Pferdezeitschrift in Form eines Interviews mit mir vorgestellt [4]. Das Therapieschema wurde hierbei nicht genannt, d. h. interessierte Pferdebesitzer mussten mich kontaktieren, wodurch ich eine ganze Reihe verschiedener Fälle verfolgen konnte. Die Palette reichte von Besitzern, die ihrem Pferd aus verschiedenen Gründen kein Pergolid bzw. Prascend® geben wollten über solche, die es aufgrund starker Nebenwirkungen wieder abgesetzt hatten, bis zu denen, die hofften, die Dosis reduzieren zu können. Meist wurde das Präparat jedoch als alleinige Therapie gegeben. Ich bat um Rückmeldung, welche auch zahlreich bei mir eintrafen. In einem der Fälle, bei dem das Organpräparat als alleinige Therapie verabreicht wurde, hat die Besitzerin den Behandlungsverlauf mit Fotos dokumentiert, die zu Beginn, am Ende und vier Wochen nach Beendigung der Therapie aufgenommen wurden ([Abb. 1], [2] und [3]). Diese spiegeln die positiven Erfahrungen, die ich damit gemacht habe, sehr gut wider.

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Abb. 1 Pferd mit Cushing-Syndrom, Zustand vor Behandlungsbeginn. © Sabine Gosch
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Abb. 2 Pferd aus Abbildung 1, Zustand nach Behandlungsende. © Sabine Gosch
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Abb. 3 Pferd aus Abbildung 1, einen Monat nach Behandlungsende. © Sabine Gosch

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Behandlungsschema

Das Organpräparat Hypophysis suis Injeel® forte bzw. suis Injeel® (Biologische Heilmittel Heel GmbH, Baden-Baden) wird jeden 2. Tag s. c. injiziert ([Tab. 1]).

Tab. 1 Behandlungsschema.

Tag

Dosis

1

2 Ampullen Hypophysis suis Injeel® forte

3

2 Ampullen Hypophysis suis Injeel® forte

5

2 Ampullen Hypophysis suis Injeel® forte

7

2 Ampullen Hypophysis suis Injeel® forte

9

1 Ampulle Hypophysis suis Injeel® forte

11

1 Ampulle Hypophysis suis Injeel® forte

13

1 Ampulle Hypophysis suis Injeel®

15

1 Ampulle Hypophysis suis Injeel®

17

1 Ampulle Hypophysis suis Injeel®

19

1 Ampulle Hypophysis suis Injeel®

21

1 Ampulle Hypophysis suis Injeel®


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Dr. med. vet. Sabine Gosch

Studium der Tiermedizin an der JLU in Gießen, Approbation 1987, Promotion 1993 an der LMU München, Praxisassistenz in Kleintier- und Gemischtpraxen, seit 1989 Beschäftigung mit Akupunktur, Homöopathie, Homotoxikologie, seit 1995 Akupunkturpraxis für Pferde und Kleintiere, 2000 Zusatzbezeichnung Akupunktur, seit 2001 Referentin für Akupunktur bei der ATF, Autorin zahlreicher Publikationen und Bücher.


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Dr. med. vet. Sabine Gosch
Akupunkturpraxis für Pferde und Kleintiere
Hindenburgstraße 7
76437 Rastatt
Email: drgosch57@aol.com   


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Abb. 1 Pferd mit Cushing-Syndrom, Zustand vor Behandlungsbeginn. © Sabine Gosch
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Abb. 2 Pferd aus Abbildung 1, Zustand nach Behandlungsende. © Sabine Gosch
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Abb. 3 Pferd aus Abbildung 1, einen Monat nach Behandlungsende. © Sabine Gosch