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DOI: 10.1055/s-0035-1546399
Liebe Mitglieder,
Publication History
Publication Date:
16 February 2015 (online)
unsere Satzung definiert als Aufgabe unserer Gesellschaft die Anregung, Unterstützung und Begleitung anwendungsorientierter Forschungsprojekte. Zeitgemäße Forschung ist allerdings kostenintensiv; auch bedarfsorientierte, ‚angewandte‘ Forschung, wie sie für das maritime Umfeld typisch ist, darf keineswegs als Discountvariante verstanden werden! Sie steht vor der Herausforderung, unterschiedliche und oft hochspezialisierte wissenschaftliche Methoden mit praktischer Erfahrung und Fachkenntnis auf dem jeweiligen Gebiet zur Beantwortung einer gezielten Fragestellung in einem Projekt zusammenzuführen. Dies erfordert einen erheblichen organisatorischen Aufwand, um wissenschaftliche und außerwissenschaftliche Institutionen, Organisationen oder Experten mit unterschiedlicher Kompetenz für ein Projekt zu identifizieren, zu interessieren und gegebenenfalls zu integrieren. Eine Fachgesellschaft wie die unsere kann dafür eine wesentliche Plattform bieten.


Forschungsansätze und -projekte sind im letzten Jahr wiederholt Gesprächsthema mit möglichen Kooperationspartnern gewesen; sowohl mit solchen, die als Durchführende für ein Forschungsprojekt in Frage kommen, als auch – leider seltener – mit solchen, die als Förderer unterstützen könnten. Als ein Beispiel kann unsere Empfehlung zur Eignungsuntersuchung für Offshorearbeitnehmer gelten. Seit 2013 wird diese unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) von unserer Arbeitsgruppe Offshore überarbeitet, um sie auf das Niveau einer S1-Leitlinie zu heben. Damit verbunden ist nach unserer Auffassung klassisch angewandter Forschungsbedarf, um die Inhalte mit der notwendigen Evidenz zu unterlegen. Wir haben das Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin (ZfAM) daher gebeten, zukünftig die Trägerschaft für dieses Projekt zu übernehmen und hoffen, dass sich damit auch die Einwerbung von Drittmitteln ermöglichen lässt.
Im Forschungsvorhaben am BG Unfallkrankenhaus Hamburg-Boberg zu einem Rettungskonzept für Offshorewindenergieanlagen (finanziert von der BG Handel und Gewerbe) haben wir uns vor 2 Jahren identifiziert, um in mehreren Konsensgesprächen, in Workshops und Symposien maritime medizinische Expertise einzubringen.
Gelegentlich erleben wir, dass eben diese Expertise von Bewerbern um ausgeschriebene Forschungsprogramme – ob nun national oder europäisch finanziert in anwendungsbezogenen Teilbereichen eines Projekts noch vertiefend entwickelt werden muss. Hier suchen wir, wenn uns diese Projekte bekannt werden, eine beratende Rolle. Als Beispiel sei hier das KOMPASS-Projekt (=Kompetenz und Organisation für den Massenanfall von Patienten in der Seeschifffahrt) des BMBF genannt, zu dem wir in der Kick-off-Veranstaltung zu medizinischen Aspekten des Notlagenmanagements auf See vorgetragen haben.
Ohne Anspruch auf eine endgültige Aufzählung möchten wir 2 Bereiche ansprechen, in denen wir Forschungsansätze erst noch definieren müssen: Dies sind die Offshore- beziehungsweise transozeanischen Bootswettbewerbe und die Fischerei. Bei beiden handelt es sich um extreme Umwelten, deren gesundheitliche Belastungen erfasst werden müssen, um angemessene Strategien für die Gesundheitsvorsorge und die medizinische Versorgung einschließlich gegebenenfalls der Rehabilitation zu entwickeln.
Wir beabsichtigen, hierzu Arbeitsgruppen einzurichten, die sich zunächst mit der Definition von Problemfeldern und Fragestellungen beschäftigen sollen, um daraus Forschungsansätze abzuleiten.
Mitglieder, die sich hierfür interessieren, bitten wir um Kontaktaufnahme unter info@maritimemedizin.de.
Auf diesen Seiten finden Sie außerdem ein Porträt unseres Ehrenmitglieds Heinz Ebert sowie die Ergebnisse unserer Vorstandswahlen im Rahmen der Mitgliederversammlung am 23. Januar 2015.
Mit herzlichen Grüßen










