Eine schnelle und sichere Diagnose der Tuberkulose ist bei Kindern nach wie vor problematisch.
Dabei ist das frühe Erkennen der aktiven Erkrankung die wichtigste Voraussetzung für
eine erfolgreiche Therapie. Ein Forscherteam hat nun einen neuen immundiagnostischen
Bluttest entwickelt und gezeigt, dass seine Anwendung bei Kindern die Diagnostik wesentlich
verbessern kann. Die Ergebnisse der Studie wurden im September in der Fachzeitschrift
Lancet Infectious Diseases veröffentlicht.
Das Forscherteam um Christof Geldmacher vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung
(DZIF) und der Abt. für Infektions- und Tropenmedizin der LMU München sowie vom Swiss
Tropical and Public Health Institute konnte eine neue immundiagnostische Methode in
einer breit angelegten Studie in Tansania prüfen und bewertete sie positiv. „Wir haben
in der Studie gezeigt, dass der neue Assay bei Kindern mit Verdacht auf Tuberkulose
schnell und spezifisch aktive Infektionen identifizieren kann“, erklärt Geldmacher.
Die Methode kann mit einer Blutprobe innerhalb eines Tages durchgeführt werden und
misst spezifische Marker der Immunabwehr des Körpers. Eine Tuberkulose-Infektion ruft
immer T-Zellen zur Abwehr der Bakterien auf den Plan. Dabei spielen für den neuen
Test die sog. CD4-positiven T-Zellen eine Rolle und auf diesen vor allem das Oberflächenprotein
CD27. Mehrere Forschungsgruppen hatten bereits gezeigt, dass Tuberkulose-spezifische
CD4-T-Zellen den Maturierungsmarker CD27 bei aktiver Tuberkulose herunterregulieren
und so eine Unterscheidung zwischen latenter und aktiver Infektion erlauben.
Erstmals haben die Wissenschaftler gezeigt, dass der auf der Analyse von CD27 basierte
Assay (TAM-TB-Assay) eine bessere Diagnose von Tuberkulose bei Kindern aus Tuberkulose-Endemie-Gebieten
ermöglichen könnte. „Es kommt nun darauf an, den TAM-TB-Assay zu vereinfachen und
in ein breit anwendbares Produkt weiterzuentwickeln“, betont Geldmacher. Ein ausgedehnter
Einsatz des Bluttests könnte die Bekämpfung der Tuberkulose einen weiteren Schritt
voranbringen.
Nach einer Mitteilung des DZIFs, München