Akt Dermatol 2014; 40(07): 267
DOI: 10.1055/s-0034-1384688
Derma-Fokus
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Segmentale Vitiligo – Typische Verteilungsmuster am Körperstamm

Contributor(s):
Dunja Voos
van Geel N et al.
Br J Dermatol 2014;
170: 322-327
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Publication History

Publication Date:
03 July 2014 (online)

 

Die segmentale Vitiligo (SV) als Subtyp der Vitiligo setzt früh ein, stabilisiert sich schnell und ist einseitig lokalisiert. Die SV des Gesichts wurde bereits genauer untersucht, im Gegensatz dazu gibt es zur Depigmentation am Rumpf bisher nur wenige Daten. Die Wissenschaftler um N. van Geel et al. haben nun die Verteilungsmuster genauer untersucht und ein System zur Klassifizierung entwickelt.
Br J Dermatol 2014; 170: 322–327

Die ursprünglich oft geäußerte Vermutung, dass sich die SV entlang von Dermatomen ausbreitet, wird zunehmend als unwahrscheinlich angesehen. Häufig sind offenbar spezielle, mosaikartige Verteilungsmuster anzutreffen.

Die Forscher aus Belgien haben in ihrer Studie das Verteilungsmuster von insgesamt 106 SV-Läsionen von 104 Patienten (54 Männer und 50 Frauen) mit der Diagnose „Segmentale Vitiligo" untersucht. Die Autoren zeichneten das Muster der Vitiligo auf einer Körperschablone nach oder übertrugen die Muster von Patientenfotos auf transparentes Papier. Zum Vergleich legten sie die transparenten Papiere übereinander und erstellten daraus einen „Prototyp" des Verteilungsmusters.

Typische Verteilungsmuster klassifiziert

In 35,8 % der Fälle war die SV ausschließlich auf der ventralen Seite des Rumpfes lokalisiert. Nur bei 6,6 % der Patienten war die Depigmentation ausschließlich auf dem Rücken zu finden. 26,4 % der Studienteilnehmer wiesen Läsionen ventral und lateral am Rumpf auf. Bei 18,9 % der Patienten ließen sich die Läsionen ventral, lateral und dorsal finden. 49 Läsionen (46,2 %) waren links- und 48 (45,3 % rechtsseitig lokalisiert. Die linksseitigen Läsionen traten deutlich früher im Leben der Patienten auf als die rechtsseitigen: Durchschnittlich waren die Studienteilnehmer mit linksseitiger Vitiligo zu Krankheitsbeginn 6,4 Jahre, die Patienten mit rechtsseitiger Vitiligo 12 Jahre alt (p = 0,018). 8 Studienteilnehmer wiesen auf beiden Seiten des Körpers Läsionen auf. Sie waren bei Krankheitsbeginn durchschnittlich 17 Jahre alt.


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Kategorien-System zur Einordnung

Die Autoren konnten aus den Bildern 6 unterschiedliche Verteilungsmuster erstellen. 72 der 106 Läsionen (67,9 %) lassen sich in dieses Kategorie-System einordnen. Die 6 Kategorien lassen sich verkürzt so beschreiben:

  • Typ I: Sind relativ schmal und langgezogen und befinden sich ventral und zentral am oberen Rumpf.

  • Typ II: An der Schulter lokalisiert und zeigen eine eher punktförmige Ver-teilung.

  • Typ-III: Beginnen an der Schulter und breiten sich V-förmig am ventralen Rumpf aus.

  • Typ-IV: Liegen etwas unter den Typ-III-Läsionen und beginnen unter der Axilla.

  • Typ-V: Befinden sich ventral über der Taille und sind bandartig ausgebreitet.

  • Typ-VI: Befinden sich unterhalb der Taille und haben die Form eines Rechtecks.

Wenn die SV ausbricht und voranschreitet, so breitet sie sich für gewöhnlich über das vorausgesagte Segment aus, so die Studienautoren. Eine Stabilisierung findet meistens im ersten Jahr nach Krankheitsbeginn statt. Manchmal sei eine weitere Progression zu beobachten,.Eine Ausweitung zu einer generalisierten Vitiligo sei jedoch bei der SV eher selten.

Fazit

Die SV ist eine Sonderform der Weißfleckenkrankheit, die sich meistens auf den Rumpf beschränkt. Die Wissenschaftler erstellten anhand von 106 Patientenbildern ein Klassifikationssystem und fanden 6 typische Verteilungsmuster, anhand derer sich die Ausbreitung einer neu aufgetretenen SV voraussagen lässt.


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