Dialyse aktuell 2014; 18(5): 264-268
DOI: 10.1055/s-0034-1383745
Nephrologie
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Nicht medikamentöse Maßnahmen bei Hypertonie – Was kommt bei Nierenkranken infrage?

Lifestyle modifications in hypertension – What matters regarding renal insufficient patients?

Authors

  • Markus Tölle

    1   Medizinische Klinik für Nephrologie, Transplantationsmedizin, Hypertensiologie und internistische Intensivmedizin, Campus Benjamin Franklin, Charité – Universitätsmedizin Berlin (Direktor: Prof. Dr. Walter Zidek)
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Publication Date:
18 June 2014 (online)

Die Änderung des Lebensstils ist eine wichtige Säule bei der Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck. In vielen Studien konnte für eine nierengesunde Bevölkerung sehr gut gezeigt werden, dass durch Kochsalzrestriktion, körperliche regelmäßige Aktivität, Gewichtsreduktion, Alkoholreduktion und das Aufgeben des Nikotinkonsums der Blutdruck von Patienten moderat, aber durchaus relevant positiv verändert werden kann. Durch die Allgemeinmaßnahmen kann unter Umständen sogar ein blutdrucksenkendes Medikament eingespart werden. Sicherlich sind die Allgemeinmaßnahmen wichtig, aber im Alltag vieler Patienten nur schwer umsetzbar. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sind die Maßnahmen sicherlich auch empfohlen, wenn auch klare Evidenzen für die Wirksamkeit für die Patienten fehlen. Bei terminaler Niereninsuffizienz ist die Blutdruckregulation erheblich komplexer und Allgemeinmaßnahmen wünschenswert, aber häufig leider aufgrund der Komorbiditäten nicht mehr durchführbar. Unter dieser Bedingung ist es notwendig, die Blutdruckregulation stark durch die Flüssigkeitsbilanzierung bzw. die Salzregulation auch über die Dialyse zu kontrollieren. Nach Nierentransplantation sind Allgemeinmaßnahmen sicherlich erstrebenswert, wobei die Wertung für die Blutdruckregulation letztendlich nicht bewiesen ist. Insgesamt fasst die Übersicht die aktuellen Empfehlungen für Lebensstiländerungen auch für die Blutdruckregulation bei Nierenfunktionsstörungen zusammen. Hierbei ist völlig klar, dass wir kaum valide Daten haben, welche Effekte von Lebensstiländerungen wirklich zu erwarten sind.

Lifestyle modifications are essential in the treatment of patients with hypertension. Many studies in patients without renal disease have clearly demonstrated the advantages of lifestyle changes, i. e. salt restriction, exercise, weight reduction, reduction of alcohol consumption or cessation of smoking. It has been shown that lifestyle modifications might be as effective as one antihypertensive drug. Often, the changes are difficult to integrate in everyday practice of patients. The essential question is whether lifestyle modifications are also applicable in patients with renal insufficiency at its different stages. On the one hand, it is known that blood pressure regulation in renal insufficiency is more complex as compared to „essential“ hypertension. On the other hand, clear studies are often missing to demonstrate the benefit of lifestyle modifications. The current overview should give information which lifestyle modifications are proven or recommended to overcome blood pressure problems in patients.