Der Klinikarzt 2013; 42(12): 588
DOI: 10.1055/s-0033-1364050
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Katheterassoziierte Infektionen – Patientenschutz im Klinikalltag ist Führungsaufgabe

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Publication Date:
20 January 2014 (online)

 
 

    Joachim Prölß, Direktor für Patienten- und Pflegemanagement am Universitäts-Klinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), erläuterte: "Sogenannte ‚Hygieneskandale’ nehmen im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu. Dem Versagen einiger Krankenhäuser, einen ausreichenden Schutz ihrer Patienten vor Infektionen sicherzustellen, stehen klare gesetzliche Regelungen und Verordnungen gegenüber. Betreiber von Kliniken sind verpflichtet, die im Infektionsschutzgesetz, den Hygieneverordnungen und den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts festgelegten Maßnahmen umzusetzen und übernehmen hierfür die Verantwortung."

    Dem Ziel, allen Beteiligten die klaren Vorteile von Hygienemaßnahmen zu verdeutlichen, ist jetzt eine Interventionsstudie am UKE deutlich näher gekommen. Das Forschungsprojekt ging von der Hypothese aus, dass Pflegeprozesse in der klinischen Praxis noch nicht ausreichend alle infektionskritischen Teilschritte berücksichtigen und die Abläufe zudem optimiert werden müssten, damit sie das Personal einfacher und sicherer umsetzen kann.

    Verständliche Arbeitsabfolgen ver­bessern Hygieneverhalten signifikant

    Die Studienergebnisse zeigen, Sorgfalt bei infektionskritischen Schritten und klare, verständliche Arbeitsabfolgen führen zu einer signifikanten Verbesserung im Hygieneverhalten der Mitarbeiter. Die Rate nosokomialer Infektionen, wie schwerwiegende Sepsen durch periphere Venenkatheder (PVK), kann dadurch weiter reduziert werden.

    Prof. Frank Martin Brunkhorst, Jena, ergänzte: "Zwischenergebnissen aus unserer ersten ALERTS-Surveillance-Periode zufolge, liegt der Anteil der primären Sepsen an den erfassten nosokomialen Infektionen bei 13 %. Betrachtet man diejenigen nosokomialen Infektionen, die besonders schwere Verläufe nehmen, steht die primäre Sepsis mit 33 % an zweiter Stelle. Bei einem Drittel der Patienten mit Gefäßkatheter-assoziierter Infektion nimmt diese einen schweren Verlauf von einer anfänglich lokalisierten Infektion bis zu einer schweren Sepsis oder einem septischen Schock."

    Jürgen Setton, Chemnitz

    Quelle: Mittags-Symposium "Einfache Prozesse – verbesserte Hygiene. Neue Forschungsergebnisse zum Patientenschutz im Klinikalltag" am 19. September 2013 in Berlin. Veranstalter: Bode Chemie GmbH, Hamburg.


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