Der Klinikarzt 2013; 42(08): 375
DOI: 10.1055/s-0033-1356511
Forum der Industrie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Europäischer Hämatologenkongress – Wissenswertes zu MDS, MPN und CML vom EHA 2013

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Publication Date:
02 September 2013 (online)

 
 

Ein volles Programm an wissenschaftlichen, edukativen, allgemeinen und spezialisierten Sitzungen wurde von der European Hematology Association auf ihrem 18. Jahreskongress, diesmal in Stockholm, geboten. Ergänzt wurde dieses Programm durch Abendveranstaltungen im Rahmen des EHA 2013.

Myelodysplastisches Syndrom (MDS)

In einer aktuellen Fallserie mit 75 Patienten wurde eine kardiale Eisenüberladung bei 18,2 % und eine klinisch relevante Eisenüberladung bei 4 % der MDS-Patienten beobachtet [ 1 ]. Verschiedene retrospektive Studien zeigen, dass Patienten mit Eisenchelationstherapie länger ohne kardiales Ereignis und ohne Leukämie leben sowie eine Verlängerung des Gesamtüberlebens aufweisen. Auch das Düsseldorfer MDS-Register beobachtete ein signifikant längeres Überleben von 75 versus 49 Monaten bei Patienten mit Eisenchelation (p = 0,002) im Vergleich zu Patienten, denen eine Eisenchelation vorenthalten wurde, zeigte Prof. Norbert Gattermann, Düsseldorf.


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Myeloproliferative Neoplasien (MPN)

Die 2:1-randomisierte, open-label Phase-III-Studie COMFORT-II verglich bei 219 Patienten mit intensiv vorbehandelter Myelofibrose den JAK2-Inhibitor Ruxolitinib versus beste verfügbare Therapie. Es wurde nicht nur eine Verringerung des Milzvolumens, sondern auch eine Verlängerung des Überlebens erreicht. 75 Patienten (51,4 %) im Ruxolitinib-Arm erreichten eine Reduktion der Milzgröße ≥ 35 %. Die mediane Dauer des Milzansprechens war nach 151 Wochen Nachbeobachtungszeit noch nicht erreicht. Das aktuell auf dem EHA 2013 veröffentlichte 3-Jahres-Update der COMFORT-II-Studie (Vannucchi et al., Abstr. S1111) bestätigte den signifikanten Überlebensvorteil für die Patienten im Ruxolitinib-Arm (HR = 0,48; p = 0,009). Nach 144 Wochen lag die Überlebenswahrscheinlichkeit bei 81 % versus 61 % im Kontrollarm.

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(Bild: Fotolia)

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Chronisch myeloische Leukämie (CML)

In der Erstlinientherapie ist der BCR-ABL ≤ 10 % nach 3 Monaten ein wichtiger prognostischer Faktor für das Langzeitergebnis. Ist eine tiefe und anhaltende Remission (MR4 oder MR4,5) erreicht, so besteht zukünftig vielleicht die Möglichkeit die Therapie auszusetzen. Dies kann unter entsprechend engmaschigem Monitoring ohne Risiko für den Patienten durchgeführt werden, denn bei Verlust der tiefen Remission wird dieselbe Therapie ohne Wirksamkeitsverlust fortgeführt [ 2 ]. Ein frühes molekulares Ansprechen identifiziert eventuell die Kandidaten für eine Therapie-Unterbrechung. Insgesamt wird für die TKIs der zweiten Generation das schnellere Erreichen von tieferen Remissionen beobachtet.

Dr. Irene Schmale, Westerburg

Quellen:
MDS Forum im Rahmen des 18th Congress of the European Hematology Association (EHA), Stockholm, 14. Juni 2013
EHA Media Roundtable der Novartis Oncology in Stockholm: Neue Daten zu Jakavi® und Tasigna®, am 15. Juni 2013 in Stockholm.


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  • Literatur

  • 1 Pascal L et al. Br J Haematol 2013; DOI: 10.1111/bjh.12368.
  • 2 Rea et al. Blood (ASH) 2012; 120 abstr 916

  • Literatur

  • 1 Pascal L et al. Br J Haematol 2013; DOI: 10.1111/bjh.12368.
  • 2 Rea et al. Blood (ASH) 2012; 120 abstr 916

 
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