Der Klinikarzt 2013; 42(01): 47
DOI: 10.1055/s-0033-1334821
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Multiples Myelom – Subkutanes Bortezomib besser verträglich

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Publikationsdatum:
30. Januar 2013 (online)

 
 

Bortezomib hat die Zulassung für die subkutane Anwendung beim multiplen Myelom erhalten. Wie eine Studie zeigte, scheint diese Applikationsform ein besseres Sicherheitsprofil zu bieten als die intravenöse Gabe des Proteasom-Inhibitors. Denn durch die subkutane Anwendung konnte vor allem die Rate an peripheren Neuropathien reduziert werden.

Weniger periphere Neuropathien bei subkutaner Gabe

In der zulassungsrelevanten Nicht-Unterlegenheitsstudie [ 1 ] mit 222 Patienten, die an einem rezidivierten multiplen Myelom erkrankt waren, sank die Rate aller peripheren Neuropathien von 53 % bei intravenöser auf 38 % bei subkutaner Gabe von Bortezomib (Velcade®). Dies entspricht einer Reduktion von fast 30 %. 62 % der Patienten hatten keinerlei Anzeichen einer peripheren Neuropathie und nur bei 6 % wurden ≥ Grad 3 periphere Neuropathien beobachtet, sagte Prof. Hartmut Goldschmidt, Heidelberg.

Einbußen bei der Wirksamkeit wurden bei der subkutanen Applikation nicht beobachtet. Das Gesamtansprechen war in beiden Gruppen gleich (je 42 % nach 4 Zyklen und 52 % nach 8 Zyklen). Ebenso war die mediane Zeit bis zum Ansprechen vergleichbar, die in beiden Gruppen 1,4 Monate betrug. Auch die 1-Jahres-Überlebensrate ergab mit 72,6 % bei subkutaner und 76,7 % bei intravenöser Anwendung keinen signifikanten Unterschied.


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Therapieabbrüche sinken durch vereinfachte Applikation

Jedoch sank bei der subkutanen Applikation der Anteil der Therapieabbrüche aufgrund schwerer Nebenwirkungen von 27 % auf 22 % und der Anteil der Patienten, bei denen aufgrund von Nebenwirkungen die Dosis reduziert werden musste, von 43 % auf 31 %. Ein weiterer Nutzen ergibt sich aus der vereinfachten Applikationsform. Denn die subkutane Verabreichung von Bortezomib ist auch eine Alternative für Patienten mit schlechtem Venenzugang, so die Autoren der Studie.

Aktuelle Studien haben erneut die Wirksamkeit von Bortezomib gezeigt. So ergab die 5-Jahres Nachuntersuchung der VISTA-Studie, dass die Gabe von Bortezomib, Melphalan und Prednison (VMP) in der Primärtherapie einen langfristigen Überlebensvorteil von im median 13,3 Monaten im Vergleich zur alleinigen Behandlung mit Melphalan und Prednison aufweist. Außerdem ermöglicht die Therapie mit dem Proteasom-Inhibitor lange Behandlungspausen und damit eine Steigerung der Lebensqualität für die Patienten.

Dr. Ralph Hausmann, Frankfurt

Quelle: Pressekonferenz "Bessere Verträglichkeit bei bewährter Wirksamkeit – Velcade® s.c. zur Therapie des multiplen Myeloms", am 25. September 2012 in Frankfurt a. M.
Veranstalter: Janssen-Cilag GmbH, Neuss.


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  • Literatur

  • 1 Moreau P et al. Lancet Oncol 2011; 12: 431-440

  • Literatur

  • 1 Moreau P et al. Lancet Oncol 2011; 12: 431-440