Dialyse aktuell 2010; 14(3): 181
DOI: 10.1055/s-0030-1253293
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Behandlung der Hyponatriämie ‐ Vasopressin‐Rezeptor‐Antagonist ist zuverlässig wirksam

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Publikationsdatum:
06. April 2010 (online)

 
Inhaltsübersicht

Die Hyponatriämie ist eine häufige Elektrolytstörung: Ihre Inzidenz bei Krankenhauspatienten liegt bei 7-22 %. Die ausgeprägte Form ist nach Aussage von Helmut Geiger, Frankfurt, mit einer schlechten klinischen Prognose, einer höheren Morbidität und einer verlängerten Verweildauer im Krankenhaus verbunden. Die häufigsten Ursachen der Hyponatriämie sind das Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH) oder die Dauereinnahme von Thiaziddiuretika.

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Diurese ohne verstärkte Elektrolytausscheidung

Tolvaptan ist ein selektiver Vasopressin-V2-Rezeptor-Antagonist mit einer 1,8-fach größeren Affinität zum V2-Vasopressin-Rezeptor als natives Arginin-Vasopressin. Bei oraler Gabe antagonisieren 15-60 mg Tolvaptan die Wirkung von Vasopressin. Dadurch nimmt die Wasserausscheidung mit dem Harn zu, es kommt also zu einer verstärkten Aquarese. Die Ausscheidung von Natrium- und Kaliumionen mit dem Harn und die Kaliumionenkonzentration im Serum ändern sich nicht bedeutend. V2-Rezeptorantagonisten wie Tolvaptan bezeichnet man, so Prof. Peter Gross, Dresden, auch als Aquaretika, weil sie eine Diurese induzieren ohne gleichzeitig eine Elektrolytausscheidung zu verstärken.

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Studien bestätigen Wirksamkeit

Unter anderem wiesen 2 Placebo kontrollierte Doppelblindstudien (SALT[1]-1 und SALT-2) die Wirksamkeit bei Patienten mit euvolämischer oder hypervolämischer Hyponatriämie (Serumnatrium < 135 mmol/l) aufgrund verschiedener Ursachen (Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, SIADH etc.) nach. Sie wurden 30 Tage mit Tolvaptan (n = 225) oder Placebo (n = 223) behandelt. Tolvaptan erhöhte die Serumnatriumkonzentration in beiden Studien signifikant im Vergleich zu Placebo (p < 0,0001). Diese Wirkung zeigte sich auch in allen Subgruppen. Sieben Tage nach dem Ende der Behandlung fielen die Natriumwerte auf die Spiegel der mit Placebo behandelten Patienten. Die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen waren Durst, Mundtrockenheit und Pollakisurie.

Tolvaptan ist zur Behandlung von Erwachsenen mit Hyponatriämie als sekundäre Folge des SIADH zugelassen. Die Behandlung muss im Krankenhaus eingeleitet werden, da eine Dosistitrationsphase mit engmaschiger Überwachung des Serumnatriumspiegels erforderlich ist. Der Wirkstoff ist der 1. Vertreter der V2-Vasopressin-Rezeptor-Antagonisten und ist seit September 2009 im Handel verfügbar.

Dr. Susanne Heinzl, Reutlingen

Quelle: Satellitensymposium "Hyponatriämie: Symptome und Therapieoptionen", veranstaltet von der Otsuka Pharma GmbH, Frankfurt a. M., im Rahmen des Kongresses für Nephrologie in Göttingen

01 Study of ascending levels of tolvaptan in hyponatriemia

01 Study of ascending levels of tolvaptan in hyponatriemia