ZWR 2009; 118(12): 663
DOI: 10.1055/s-0029-1243428
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Symposium auf dem Deutschen Zahnärztetag in München - "Zahn versus Implantat - Revolution oder Evolution?"

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Publication Date:
22 December 2009 (online)

 
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    Die Deutsche Gesellschaft für Implantologie schätzt, dass in diesem Jahr 1 Mio. Implantate gesetzt werden. Häufigste Ursache für den Zahnverlust sind parodontale Erkrankungen. Der dafür verantwortliche Biofilm ist ebenfalls eine Gefahr für das Implantat. Wie sieht der Risikopatient für eine Periimplantits aus und welche Maßnahmen sind für Diagnose, Prophylaxe und Therapie entscheidend sind Fragen, die sich der implantologisch tätige Zahnarzt/in stellen sollte. In dem wissenschaftliche Symposion von GlaxoSmithKline Consumer Healthcare im Rahmen des Deutschen Zahnärztetages in München im November gaben namhafte Referenten Antwort.

    Prof. Elmar Reich, Biberach bestätigte in seinem Beitrag, dass mehrere Studien gezeigt haben, dass es bei Parodontalpatienten trotz erfolgter Behandlung und Nachsorge häufiger zur Periimplantitis und zu Implantatverlusten kommt als bei parodontal-gesunden Personen. Daher lässt er seine Patienten neben der Antibiotikatherapie 1 Woche nach der Implantation für 2-4 Wochen, 2-mal täglich mit einer 0,2 %igen Chlorhexidin-Lösung spülen. Die Relevanz von Zahnersatz und wie gewisse Faktoren bereits in der Anamnese berücksichtigt werden sollten, erklärte Prof. Thomas Kocher, Greifswald, Zu den Risikopatienten zählt Kocher neben Diabetikern Personen mit Allgemeinerkrankungen und Raucher. Die Anamnese müsse sehr sorgfältig erfolgen, forderte der Experte. Prof. Nicole Arweiler, Freiburg, berichtete, dass einer der wichtigsten Unterschiede zwischen parodontalen und periimplantären Strukturen ist, dass Zahnimplantate zwar eine biokompatible, aber keine biologische Oberfläche besitzen. Bereits bei gesundem Zustand zeigen sich Unterschiede im umgebenden Gewebe. Diese sollten bei der Diagnostik beziehungsweise Erfassung des Entzündungszustandes von Implantat und Zahn berücksichtigt werden. Implantate aus dem Werkstoff Titan sind nach Ansicht von Prof. Jürgen Becker, Düsseldorf, immer noch der sogenannte Goldstandard. Bei 2-teiligen Implantaten kann es zu einer Spaltbildung zwischen Implantatkörper und Abutment mit Gefahr einer Bakterienansiedlung kommen. Er empfahl, die Innenbereiche eines Implantatkörpers zum Beispiel mit einem chlorhexidinhaltigen Gel aufzufüllen, wenn hierfür vom Implantathersteller eine Freigabe vorliegt.

    Gi/ZWR

    Nach Informationen der

    GlaxoSmithKline Consumer Healthcare GmbH & Co. KG, Bühl

     
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