ZWR 2009; 118(12): 662
DOI: 10.1055/s-0029-1243426
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Ganzheitliche Prophylaxe - In der Zahnarztpraxis das Präventionspotenzial voll ausschöpfen

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Publication Date:
22 December 2009 (online)

 
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Mundhygiene ist die beste Prophylaxe für gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch, die auf häuslicher Pflege und professioneller Zahnreinigung (PZR) fußt. Dass die zahnärztliche Primärprävention heute über die PZR hinausgehen sollte, wurde aktuell in einem Symposium beim diesjährigen Deutschen Zahnärztetag diskutiert, das Wechselwirkungen zwischen entzündlichen Mundhöhlenerkrankungen und dem Gesamtorganismus aufzeigte. Rauchentwöhnung und Ernährungsberatung sind weitere Strategien, mit denen Zahnmediziner die individuelle Mundgesundheit der Patienten verbessern und Risikofaktoren für den gesamten Organismus verringern können.

Die PZR mit dem Ziel der effektiven und sicheren Plaqueentfernung ist ein wichtiger Bestandteil in der Prävention oraler Erkrankungen. Dass die Plaque nicht nur eine Ablagerung auf den Zähnen ist, sondern ein aktiver Biofilm, in dem die Bakterien unter anderem Interaktionen und Stoffwechselkooperationen eingehen, erläuterte Dr. Alexander Welk, Oberarzt am Universitätsklinikum Greifswald, beim Deutschen Zahnärztetag in München. "Die Effektivität der mechanischen Zahnreinigung kann durch antibakterielle Mundspüllösungen unterstützt werden", betonte Welk. So können ätherische Öle (Listerine®) dazu beitragen, die Entfernung der Plaque durch Zahnbürste und Zahnseide noch zu verbessern, da sie auch an unzugänglichen Bereichen wirken können.

Im Rahmen der PZR können Zahnärzte über weitere individuelle Risikofaktoren aufklären, empfahl Prof. Bernd-Michael Kleber, Universitätsklinikum Charité Berlin, auf der Veranstaltung und plädierte für eine ganzheitliche Prophylaxe in der Zahnmedizin. Studien zum Zusammenhang zwischen Parodontitis und Allgemeinerkrankungen zeigen, dass Prävention und Therapie oraler Erkrankungen das Risiko systemischer Erkrankungen verringern können.

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Rauchen als Risikofaktor - Rauchentwöhnung in der Praxis

Laut Kleber spricht die Parodontitis-Therapie bei Rauchern seltener an, Implantatmisserfolge und Periimplantitis treten häufiger auf. Nach einer aktuellen Umfrage zur zahnärztlichen Raucherberatung in 9000 Praxen sind sich die meisten Zahnärzte dieser Problematik zwar bewusst, 74,6 % der Befragten wünschen sich aber eine Weiterbildung zu diesem Thema. Die Nikotinersatztherapie bietet eine nebenwirkungsfreie Option für den Rauchstopp. Kleber plädiert, die Raucherentwöhnung in die Routineaufklärung zu integrieren. Ein Pilotprojekt zur Weiterbildung in diesem Gebiet startet im Herbst in Mainz, weitere Fortbildungen sind geplant.

Nach einer Pressemitteilung der

Johnson & Johnson Consumer Healthcare Deutschland, Neuss

www.jnjgermany.de