Der Klinikarzt 2009; 38(10): 424
DOI: 10.1055/s-0029-1242873
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© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart ˙ New York

Kabelloses Monitoring - Erster WLAN-Herzschrittmacher eingesetzt

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Publikationsdatum:
28. Oktober 2009 (online)

 
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Erstmals erhielt eine Patientin in den USA einen Herzschrittmacher mit WLAN-Funktionalität. Das Gerät des Herstellers St. Jude Medical übermittelt aktuelle kardiologische Daten kabellos an eine Überwachungsstation, die beispielsweise in der Wohnung des Patienten aufgestellt werden kann und von der aus die Daten mindestens einmal täglich über das Internet zum behandelnden Arzt weitergeleitet werden.

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Vorteil für Akutversorgung und Nachsorge

Kabellose Überwachung von Herzschrittmacher-Patienten mittels GSM-Netz gibt es bereits seit 2001. Sie soll Patienten bessere Behandlungen ermöglichen und sich zum neuen Standard bei Herzschrittmachern entwickeln, hofft Steven Greenberg, Kardiologe am St. Francis Hospital in den USA. Der WLAN-Schrittmacher sendet neben gerätebezogenen Daten wie dem Batteriestand auch Warnungen bei Herzrasen und Kammerflimmern an die Überwachungsstation. Bemerkt der überwachende Arzt bedenkliche Messwerte, kann er den Patienten zur genauen Untersuchung einbestellen.

Für Patienten sollen Wireless-Monitoring-Systeme vor allem ein Plus an Komfort bringen. Mussten die weltweit rund 3 Mio. Herzschrittmacher-Patienten bislang beispielsweise zur Kontrolle des Akkustands den Arzt besuchen, kann der aktuelle Ladestand nun direkt an den Arzt gesendet werden. Auch Ärzte sehen die Entwicklung positiv, denn Monitoring-Systeme können vor allem die Nachsorge erleichtern. Ob sich WLAN als Übertragungsstandard bei Herzschrittmacher-Messwerten gegenüber GSM durchsetzen wird, muss die Zukunft zeigen.

Quelle: pressetext deutschland

 
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