Der Klinikarzt 2009; 38(7/08): 320
DOI: 10.1055/s-0029-1237466
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Brustkrebs-Vorsorge - Sonografie verbessert Früherkennung

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Publikationsdatum:
07. September 2009 (online)

 
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Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben heute im Rahmen von Reihenuntersuchungen Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust. Ohne Zweifel stelle das Mammografie-Screening einen großen Fortschritt in der Frühdiagnostik des Brustkrebses dar, so Prof. Eberhard Merz, Frankfurt, vom Vorstand der DEGUM. "Dennoch ist die Mammasonografie als gleich- und nicht nachrangige Methode zur Mammografie zu betrachten", betont er. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, als löse die Röntgenuntersuchung allein das Problem der Brustkrebsfrüherkennung, setzt Merz hinzu.

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Bild: CD 03 Health&Medicine

Vorteil bei Frauen mit hoher Brustdichte

Da ein Drittel aller Brustkrebserkrankungen vor dem 50. Lebensjahr auftreten und ein Fünftel nach dem 69. Lebensjahr, seien diese Frauen auch künftig auf die Ultraschalluntersuchung angewiesen. Diese bieten viele Frauenärzte zusammen mit der Tastuntersuchung an. Vorteil der Mammasonografie ist, dass sie auch nicht-tastbare Tumore aufspürt. Bei Frauen mit einer hohen Brustdichte im Röntgenbild - unter den Frauen europäischer Herkunft sind dies mehr als die Hälfte - hat der Brustultraschall nach Einschätzung von Merz sogar eindeutige Vorteile gegenüber der Mammografie: "Mit leistungsstarken Geräten werden viele Tumore entdeckt, die bei der Mammografie nicht erkennbar sind." Bei einer solchen Mammasonografie liegt die Erkennungsrate, das zeigen Studien, bei bis zu 88 %. Die Karzinom-Nachweisquote bei der röntgenologischen Mammografie hingegen liegt bei 56 %. Medizinischer Ultraschall biete sich deshalb auch zur Abklärung unklarer Befunde an. Weitere Einsatzgebiete sieht der Experte in der Nachsorge der Krebspatienten. Die Ultraschalluntersuchung könne hier eingesetzt werden, um Narben in der Brust oder vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle zu beurteilen oder um das Gewebe um Brustimplantate zu prüfen.

Wichtig in der Brustkrebsfrüherkennung

Die Ultraschalluntersuchung der weiblichen Brust durch den Frauenarzt muss deshalb Bestandteil der Brustkrebsfrüherkennung bleiben, fordern Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Voraussetzung für den Erfolg der Sonografie ist laut Merz neben einer guten technischen Ausstattung auch die Erfahrung der Ärzte. Die DEGUM zertifiziert deshalb Mediziner nach einem 3-Stufen-Konzept.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

 
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Bild: CD 03 Health&Medicine