Die deutsche Schabe ist ein bekannter Allergenproduzent. Mitunter kann bereits der
Austausch einzelner Aminosäuren die Allergenität von Proteinen beeinflussen. Deshalb
analysierten K. Y. Jeong et al. die DNA-Sequenzen 4 verschiedener Schabenallergene. Int Arch Allergy Immunol 2008; 145: 1–8
Von der deutschen Schabe wurden bisher bereits 6 Allergene kloniert und hinsichtlich
ihrer Allergenität charakterisiert. Bla g 2 zum Beispiel löst bereits IgE-Antworten
bei Konzentrationen aus, die 10- bis 1000-fach niedriger sind, als die der Hausstaubmilbe
oder der Katze. In 118 Seren von Schabensensibilisierten zeigte rekombinantes Bla
g 2 die höchste IgE-Antikörper-Prävalenz (54,4 %), gefolgt von rekombinantem Bla g
5 (37,4 %). Es verblieben aber auch 36 % der Seren, die mit keinem der bekannten Allergene
reagierten. Folglich müssen noch andere Schabenallergene vorliegen, möglicherweise
Isoformen. Für Birken- und Milbenallergene ist bereits bekannt, dass Sequenzpolymorphismen
zu Unterschieden bezüglich IgE-Reaktivität, T-Zellantwort und Zytokininduktion führen
können. Die Autoren vom University College of Medicine in Seoul, Korea, amplifizierten
deshalb die cDNA-Sequenzen von Bla g 1, 2, 4 und 5 mittels Reverser-Transkriptase-PCR
und identifizierten über 100 Varianten mit 1 bis maximal 32 Aminosäureaustauschen.
Bewertung
Die Qualität kommerziell erhältlicher Schabenallergenextrakte ist nicht konstant.
Die vorliegende Studie gibt einen wichtigen Hinweis darauf, dass eine Ursache dafür
das Vorliegen von Isoformen sein könnte. Schon ein einzelner Aminosäureaustausch kann
zu einem unterschiedlichen IgE- oder IgG-Erkennungsmuster führen. Allerdings muss
die vorliegende Studie noch durch die Analyse von T- und B-Zellepitopen ergänzt werden.
Erst dadurch wird sich zeigen, inwiefern die Sequenzpolymorphismen tatsächlich einen
Einfluss auf die Allergenität haben.
Referiert und bewertet von Dr. Verena Liebers, Bochum