Geburtshilfe Frauenheilkd 2026; 86(02): 107-110
DOI: 10.1055/a-2759-9585
GebFra Magazin
Geschichte der Gynäkologie

Instrumente und ihre Namensgeber. Carl Schröder (1838–1887) und die Uterussonde nach Schröder

Authors

  • Matthias David

  • Andreas D. Ebert

Während heute medizinische Therapieverfahren und Instrumente meist von größeren Teams oder Firmen entwickelt werden, war es im 19. und 20. Jahrhundert üblich, Eponyme oder Eigennamen zu verwenden: Krankheiten, Syndrome, Gerätschaften, Methoden und Verfahren wurden nach Menschen benannt, die sie (mehr oder weniger bzw. angeblich) erstbeschrieben, entdeckt bzw. entwickelt, ihre Entwicklung beeinflusst oder sie bekannt gemacht hatten [1] (Infokasten 1, [Tab. 1]). Prinzipiell können medizinische Instrumente über ihre Bezeichnung nach der Funktion (z. B. Skalpell, Schere, Klemme, Speculum) oder noch eindeutiger durch die Benennung nach dem (ärztlichen) Erfinder bzw. Namensgeber (z. B. Breisky-Spiegel, Wertheim-Klemme, Hegar-Stift) schnell und einfach identifiziert werden. Die Verwendung der Namen erleichtert die Kommunikation im Operationssaal, und kann auch in der Ausbildung helfen, Eigennamen, Instrumente bestimmten Funktionen und chirurgischen Eingriffen zuzuordnen.

Infokasten

Historische Bedeutung von Eigennamen

In den DGGG-Ausgaben dieser Zeitschrift werden wir in diesem Jahr jeweils ein medizinisches Instrument und dessen Namensgeber vorstellen. Meistens sind die jeweils vorgestellten Instrumentenentwicklungen nur ein kleiner Teil eines wesentlich breiter gefächerten wissenschaftlichen und operativen Lebenswerkes des Namensgebers. Auch in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe gilt: „Der Zugang zu medizinischen Antiquitäten ist schnell hergestellt, wenn man die Verwendung, die Geschichte ihrer Entwicklung und … auch die Lebensgeschichte des Konstrukteurs kennenlernt. […] Noch einfacher ist es, wenn man schon in frühester medizinischer Jugend … gelernt hat, welche Instrumente einfach ‚beim Namen‘ gerufen werden …“ [2]. Mit der Verwendung der Erfindernamen (sog. Eponyme) würdigen wir ihre Rolle in der Geschichte der Medizin und in der Entwicklung von Operations- oder Behandlungstechniken.



Publication History

Article published online:
11 February 2026

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