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DOI: 10.1055/a-2749-5095
STIKO erweitert Indikationsimpfempfehlung für Herpes zoster
Authors
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat Anfang November 2025 ihre Empfehlung zur Indikationsimpfung gegen Herpes zoster aktualisiert. Sie empfiehlt die Impfung nun für Personen ab dem Alter von 18 Jahren, die aufgrund einer Immundefizienz, einer Autoimmunerkrankung oder einer besonders schwer ausgeprägten Form einer chronischen Grunderkrankung ein erhöhtes Risiko haben, an Herpes zoster zu erkranken. Die Impfung soll mit dem adjuvantierten Totimpfstoff erfolgen, von dem regulär zwei Impfdosen im Abstand von 2–6 Monaten gegeben werden. Bei Bedarf kann ein verkürztes Impfschema angewendet werden, bei dem die zweite Teilimpfung 1–2 Monate nach der ersten erfolgt [1].
Bisher empfahl die Kommission eine Indikationsimpfung gegen Herpes zoster erst für Personen ab dem Alter von 50 Jahren. Nachdem der adjuvantierte Totimpfstoff im Jahr 2020 auch für Personen ab dem Alter von 18 Jahren mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko zugelassen worden war, erfolgte nun eine Neu-Evaluierung der Empfehlung. Aus der verfügbaren Evidenz schloss die STIKO, dass auch Personen im Alter von 18–49 Jahren von der Impfung profitieren können. Ziel ist die Reduktion der Häufigkeit von Herpes zoster-Erkrankungen sowie die Verhinderung von Komplikationen oder Folgen wie der postherpetischen Neuralgie.
Zu den Personengruppen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko für Herpes zoster gehören laut STIKO u.a.
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Patienten nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation oder solider Organtransplantation
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Patienten unter immunsuppressiver Therapie mit z.B. Rituximab oder JAK-Inhibitor
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Patienten mit malignen neoplastischen Krankheiten
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Patienten mit rheumatoider Arthritis oder systemischem Lupus erythematodes
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Personen mit HIV-Infektion
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Personen mit besonders schwer ausgeprägter oder medikamentös nicht gut kontrollierter Grunderkrankung wie z.B. Diabetes mellitus, COPD oder chronischer Nierenerkrankung
Leichte oder medikamentös gut eingestellte Formen chronischer Grunderkrankungen führen zu keinem erhöhten Risiko für einen Herpes zoster und sind daher durch die Empfehlung nicht abgedeckt, so der ausdrückliche Hinweis der STIKO [1].
Die Empfehlung der Herpes zoster-Impfung als Standardimpfung für alle Personen ab 60 Jahren bleibt unverändert bestehen.
Dr. Sandra Witteck, Düsseldorf
Publication History
Article published online:
09 February 2026
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Literatur
- 1 Koch J, Hermanns S, Wilhelm J. et al. Beschluss und wissenschaftliche Begründung für die Erweiterung der Indikationsimpfempfehlung zur Herpes-zoster-Impfung mit dem adjuvantierten Subunit-Totimpfstoff für Personen ≥18 Jahre mit einem erhöhten Risiko, an Herpes zoster zu erkranken. Epid Bull 2025; 45: 3-27
