Geburtshilfe Frauenheilkd 2026; 86(01): 25-29
DOI: 10.1055/a-2725-1493
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KI beim Mammakarzinom

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Künstliche Intelligenz – aktueller Stand der Technik

Künstliche Intelligenz oder KI – was ist das genau?

Die Abkürzung für „künstliche Intelligenz“ ist KI. Damit ist gemeint, dass Computer Aufgaben übernehmen können, die normalerweise Menschen durchführen. Für die Entwicklung dieser Fähigkeiten benötigen Computer oder andere technische Geräte wie Smartphones, Smartwatches oder Wearables spezielle Programme oder sogenannten Code. Dieser Code wird von Menschen geschrieben [1]. So entsteht der Eindruck, dass der Computer selbstständig denken und handeln kann. Tatsächlich handelt es sich hier um künstlich erzeugte Intelligenz und nicht um echtes Denken.

Ein bedeutender Unterschied zwischen KI und Menschen besteht bei Gefühlen. Menschen empfinden Freude, Trauer oder Überraschung. Eine KI besitzt solche Gefühle nicht.

Damit eine KI das kann, was sie kann, muss die KI zuvor lernen. Dazu sagt man auch, dass die KI trainiert werden muss. Für das Training der KI sind die Daten entscheidend, aus denen Muster und Regeln abgeleitet werden. Die Zuverlässigkeit einer KI hängt ausschlaggebend von der Qualität und Relevanz der Daten ab, mit denen sie trainiert wird [2]. Werden beispielsweise geeignete medizinische Daten verwendet, kann KI dazu beitragen, die Medizin von morgen zu unterstützen und voranzubringen [3].


Datensicherheit – Schutz sensibler Informationen

Für das Training von KI-Systemen werden große Datenmengen benötigt. Dazu zählen unter anderem Anamnesen, Diagnosen, Therapien, Medikamentenpläne, Labor- und Bilddaten sowie Befundberichte aus der elektronischen Patientenakte. Diese Daten enthalten sehr persönliche Informationen. Deshalb ist es wichtig, sie gut zu schützen. Kliniken, Universitäten und Forschungseinrichtungen speichern Daten verschlüsselt, damit Unbefugte diese nicht lesen können. Außerdem wird genau festgelegt, wer Zugriff hat. Häufig werden persönliche Angaben entfernt (Anonymisierung), sodass keine Rückschlüsse mehr auf einzelne Personen möglich sind. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schützt in Europa das Recht auf Datenschutz [4]. Sie ist entscheidend dafür, dass mit KI Fortschritt ermöglicht wird, ohne die Privatsphäre des Einzelnen zu gefährden.


Supercomputer – entscheidend für die Entwicklung und das Training von KI

KI benötigt viel Rechenleistung – vor allem, wenn große Modelle mit riesigen Datenmengen trainiert werden. Ein normaler Laptop oder Computer stößt dabei sehr schnell an seine Grenzen. Deshalb kommen spezielle Hochleistungsrechner zum Einsatz. Diese bestehen aus vielen leistungsstarken Prozessoren (CPUs) und Grafikkarten (GPUs), die zusammenarbeiten. Die schnellsten und mächtigsten dieser Systeme nennt man Supercomputer. Sie ermöglichen es, komplexe KI-Modelle in vertretbarer Zeit zu entwickeln und zu verbessern – Aufgaben, für die ein normaler Computer Jahre brauchen würde.


Vertrauenswürdigkeit der KI

Damit KI-Algorithmen in der Medizin eingesetzt werden können, müssen sie zuverlässig, nachvollziehbar und sicher funktionieren. Patientinnen und Patienten, Angehörige, Ärztinnen und Ärzte und das medizinische Fachpersonal müssen darauf vertrauen können, dass die Ergebnisse korrekt sind und die notwendigen medizinischen Entscheidungen unterstützen. Hier ist ein zentraler Aspekt die Transparenz [5]. Für jede und jeden muss nachvollziehbar sein, wie eine KI zu einem Ergebnis kommt. Hierfür relevant wiederum sind die Daten. Nur mit qualitativ hochwertigen, repräsentativen Daten lassen sich faire und genaue Vorhersagen treffen. KI soll medizinisches Personal unterstützen, nicht ersetzen, und ist immer in ein verantwortungsvolles menschliches Handeln eingebettet.




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Article published online:
14 January 2026

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