intensiv 2026; 34(01): 52-55
DOI: 10.1055/a-2718-7441
DGF-Mitteilungen

Die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e. V. informiert

Authors

  • Antje Scheer

  • Jenny Kuhnert

  • Steffen Brodowski

Editorial

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe DGF-Mitglieder,

2026 hat begonnen. Und nach einer entspannten Weihnachts- und Silvesterzeit beginnt mit dem neuen Jahr auch für uns als DGF e. V. wieder eine Zeit voller Aufgaben, Fragen und Entwicklungen, die uns fordern und bewegen werden.

Die Umstrukturierungen im Gesundheitswesen, sei es durch Reformkommissionen oder Überlegungen für Gesetzesvorhaben, schreiten weiter voran. Vieles wird derzeit im Hintergrund vorbereitet. Welche Rolle der Fachpflege dabei zugedacht wird, ist noch offen – aber genau deshalb ist es umso wichtiger, dass wir unsere Stimme weiter erheben, uns positionieren und pflegefachlich mitgestalten. Gerade in der zunehmenden Akademisierung des Pflegeberufs und der dadurch veränderten Bildungsstruktur dürfen Fachweiterbildungen und Fachpflegende keine Sichtbarkeit und keinen Stellenwert verlieren. Es braucht beides: theoretische pflegewissenschaftliche Tiefe und klinische praktische Expertise. Die DGF wird sich auch 2026 weiter dafür einsetzen, dass die Fachpflege nicht übergangen, sondern systematisch eingebunden wird – in allen Versorgungsbereichen, auf allen pflegepolitischen Ebenen.

Aber lasst uns noch mal einen Blick aufs Jahresende 2025 werfen, denn da gab’s für uns ein außergewöhnliches Erlebnis: Wir haben zwischen Monitoren, Beatmungsgeräten und Pflegealltag auf den Intensivstationen K1A und L1A der Technischen Universität München (TUM) vom 30.10. bis 02.11.2025 eine kleine, aber eindrucksvolle Filmreihe zur familienzentrierten Pflege gedreht. Drei Kurzfilme sind dabei entstanden, die einladen zum Innehalten, Hinschauen und Nachdenken. Worum es in den Filmen geht, erfahrt ihr auf Seite 55.

Und auch berufspolitisch gab es im November noch starke Impulse: auf dem Deutschen Pflegetag. Dort betonte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken in ihrer Rede: Zu lange habe die Pflege nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die ihr aufgrund ihrer gesellschaftlichen Bedeutung zusteht. Zu lange habe man über sie gesprochen und über sie entschieden statt mit ihr. Die gesellschaftliche Wertschätzung für die Pflegefachberufe habe zu Recht zugenommen. Mit dem Deutschen Pflegerat habe die Pflege eine starke, nicht zu überhörende Stimme. Fest steht, dass die Belange der Pflege am besten durch die Pflege selbst vertreten werden können. Unverzichtbar sei eine starke Berufsvertretung bei der Ausarbeitung neuer Gesetze. Die DGF wird sich diesbezüglich weiter für die Interessen der Fachpflegenden und die Patientensicherheit einsetzen. Das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung wurde wie angekündigt am 06.11.2025 verabschiedet. Dadurch soll Pflege das volle Potenzial entfalten können. Der Umfang der Pflegedokumentation soll auf das unbedingt Notwendige reduziert werden. Als Nächstes soll das APN-Gesetz bearbeitet werden, um die Pflege zu stärken und aufzuwerten. Dies ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit, um auch den Beruf attraktiver zu machen. „Pflege bleibt zentral!“

DPF-Präsidentin Christine Vogler entlockte Nina Warken im Nachgespräch noch die Aussage, dass künftig nicht das Primärarztsystem, sondern ein teambasiertes Primärversorgungssystem mit pflegerischem Erstkontakt nötig sei. Der DPR fasst es in der Forderung zusammen: „Vertrauen in das Gesundheitswesen wiedergewinnen – mit der Pflege als verlässlichem Erstkontakt.“ In ihrer Rede betonte Christine Vogler, dass Pflege eine wissenschaftliche evidenzbasierte Profession sei. Sie gab für das kommende Jahr vier Ziele vor: Selbstverwaltung, Qualitätsindikatoren, durchgängige Karrierewege und Handlungskompetenzen. Wir sind gespannt, was davon 2026 erreicht werden kann!

In dieser Ausgabe haben wir für euch außerdem: In der Rubrik „Aus den Ländern“ berichten unsere Landesbeauftragten Katrin Blanck-Köster und Bert Cornels über Aktuelles aus der Fachpflege vor Ort. Martina Losch, Sprecherin unserer AG Operationsdienst, teilt mit uns ihre Erfahrungen rund um Shared Governance und New Work in der OP-Pflege – gesammelt am Universitätsspital Zürich. Gerade im interprofessionellen Kontext gewinnen solche Ansätze zunehmend an Bedeutung.

Wir freuen uns, wenn ihr beim Lesen Anregungen findet – und wie immer über euer Feedback unter: redaktion@dgf-online.de.



Publication History

Article published online:
09 January 2026

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