Notfallmedizin up2date 2025; 20(04): 433-462
DOI: 10.1055/a-2654-2598
Internistische Notfälle

EKG-Diagnostik

Authors

  • Philipp Sommer

  • Nadica Trajkovska

  • Vanessa Sciacca

  • Georg Fürnau

  • Holger Thiele

In der akuten Notfallsituation stellt die Registrierung eines Elektrokardiogramms (EKG) eine einfach durchführbare, nichtinvasive Maßnahme mit äußerst hohem diagnostischem Wert dar. Kenntnisse in der korrekten Durchführung und der sicheren Interpretation des EKGs sind daher sowohl in der Erstversorgung im Notarztdienst als auch für die Betreuung von Patienten in der Notaufnahme von elementarer Bedeutung.

Kernaussagen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache, und das akute Koronarsyndrom zählt zu den wichtigsten Notfalldiagnosen.

  • In der Notfallsituation ist die Registrierung eines 12-Kanal-EKGs unverzichtbar und häufig diagnose- und damit therapieweisend.

  • Ein STEMI wird am schnellsten über typische Veränderungen im 12-Kanal-EKG erkannt, das sofort abgeleitet und interpretiert werden muss; zusätzliche Ableitungen wie V7 bis V9 oder V3R/V4R können erforderlich sein.

  • Die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT)/AV-Reentry-Tachykardie (AVRT) kann mit Adenosin behandelt werden.

  • Breitkomplextachykardien gelten bis zum Beweis des Gegenteils als ventrikulär.

  • Bei hämodynamischer Instabilität ist die elektrische Kardioversion die Methode der Wahl, während Amiodaron eine medikamentöse Alternative darstellt und Kalziumantagonisten mit Vorsicht einzusetzen sind.

  • Das EKG ist stets im Zusammenhang mit Klinik und Risikoprofil zu bewerten und sollte bei unklaren Befunden wiederholt werden.



Publication History

Article published online:
08 December 2025

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