Reisemedizin up2date 2026; 03(01): 65-83
DOI: 10.1055/a-2565-6824
Spezielle Reisearten und -aktivitäten

Reisemedizinische Beratung für Backpacker

Authors

  • Laura Rosenstein

  • Felicitas Maria Schmidt

Die reisemedizinische Beratung von Backpackern stellt aus vielerlei Gründen eine besondere Herausforderung dar. Meist reisen junge Menschen mit knappem Budget für längere Zeit in tropische und subtropische Gebiete. Reiseroute und Aktivitäten werden meist spontan entschieden und können im Vorfeld kaum erfasst werden. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Beratungsinhalte und die spezifischen Schwierigkeiten bei Backpackern zusammen.

Kernaussagen
  • Backpacker gehören in vielen Bereichen zu den Risikoreisenden und sollten daher eine ausführliche Beratung erhalten mit tendenziell großzügigen Impfindikationen.

  • Es sollten die Standardimpfungen überprüft werden (Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis und MMR=Masern/Mumps/Röteln).

  • Aufgrund der Häufigkeit von Magen-Darm-Erkrankungen auf Reisen sollte in der Beratung auf Basishygienemaßnahmen in Bezug auf Hand-, Lebensmittel- und Wasserhygiene sowie Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus eingegangen werden.

  • Je nach Reiseland darf die Prävention insektenübertragener Erkrankungen, insbesondere Malaria, Gelbfieber, Dengue, Chikungunya und Japanische Enzephalitis, durch Expositionsprophylaxe und Impfungen nicht fehlen.

  • Sexuell und durch Blut übertragbare Erkrankungen und deren Prävention sollten ein wichtiger Bestandteil der reisemedizinischen Beratung von Backpackern sein. Eine Grundimmunisierung gegen Hepatitis B sollte bei allen Backpackern vorliegen.

  • Bei Reisezielen mit relevantem Risiko für Hundetollwut sollten die Reisenden über die Übertragungswege und die PEP aufgeklärt werden. Bei Backpackern sollte je nach Reisedauer, Impfstoffsituation vor Ort und Aktivitäten großzügig die Indikation für eine PrEP gestellt werden.

  • Darüber hinaus sollte in der Reiseberatung auch über die Reiseapotheke, Warnsignale bei Krankheitssymptomen und über nicht übertragbaren Erkrankungen wie die reiseassoziierte tiefe Venenthrombose oder die Höhenkrankheit aufgeklärt werden.



Publication History

Article published online:
09 February 2026

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