Reisemedizin up2date 2026; 03(01): 33-47
DOI: 10.1055/a-2563-3896
Prävention

Sonnenschutz auf Reisen

Authors

  • Natalie Garcia Bartels

  • Adrian Garcia Bartels

Bei Empfehlungen zum gesunden, maßvollen Umgang mit der Sonne geht es darum, insbesondere die Haut vor Sonnenbränden zu schützen und übermäßige, langfristige und vor allem dauerhafte direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Darüber hinaus sollte die Haut mittels Textilien und Sonnencreme geschützt werden. Dabei sind neben UV-Index und individueller Eigenschutzzeit verschiedene weitere Faktoren für einen ausreichenden Lichtschutz entscheidend.

Kernaussagen
  • UV-B-Strahlung ist verantwortlich für die Erythembildung, UV-A-Strahlen hingegen dringen bis in die Dermis ein. Ultraviolette Strahlung wird für die Induktion verschiedener Hautkrebsarten verantwortlich gemacht.

  • Drei Faktoren tragen in Kombination zu einem verbesserten UV-Schutz bei: mechanischer Sonnenschutz (Bekleidung, Sonnenbrille und Kopfbedeckung), Meidung von intensiver Sonneneinstrahlung (besonders in der Mittagszeit) und Sonnencremes mit entsprechenden LSF.

  • Physikalische UV-Filter reflektieren, streuen und absorbieren teilweise das Sonnenlicht. Chemische Filter absorbieren UV-Strahlung durch molekulare Umwandlungsprozesse.

  • Der LSF beschreibt die theoretische Verlängerung der Eigenschutzzeit der Haut gegenüber UV-B-Strahlung. Der individuelle Eigenschutz der Haut bis zum Auftreten einer Rötung hängt vom jeweiligen Hauttyp nach Fitzpatrick ab.

  • Die Angaben „wasserfest“ oder „extra wasserfest“ auf Sonnencremes bedeuten keinen dauerhaften UV-Schutz im Wasser, denn dieser nimmt auch bei wasserfesten Produkten durch Baden oder Abtrocknen deutlich ab. Es muss also regelmäßig nachgecremt werden.

  • Wichtig zum Erreichen eines größtmöglichen Sonnenschutzes ist das Auftragen einer ausreichenden Menge Sonnencreme. Für einen durchschnittlichen Erwachsenen sind dies 3–4 gefüllte Esslöffel. Bei unsachgemäßer Lagerung oder bei Überschreiten der Haltbarkeit eines Sonnenschutzprodukts ist von einer unzureichenden Schutzwirkung auszugehen.

  • Einige Studien zeigen, dass bestimmte Lichtschutzfilter in marinen Ökosystemen unter Laborbedingungen und bei örtlich hohen Konzentrationen zu relevanten Schäden führen können. Auf Basis umwelttoxikologischer Befunde haben einige Regionen wie Hawaii und Palau darauf mit gesetzlichen Beschränkungen reagiert.



Publication History

Article published online:
09 February 2026

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