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DOI: 10.1055/a-2375-1582
Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern

Welche psychischen Störungen bei Jugendlichen begegnen uns in der familienmedizinisch geführten Hausarztpraxis häufig? Und was können wir dort mit unserer allgemeinmedizinischen Expertise, unserer Ausbildung in psychosomatischer Grundversorgung sowie mit unseren diagnostischen Mitteln gut abklären sowie beratend begleiten oder gar therapieren? Dieser Beitrag gibt einen Überblick über 3 verschiedene psychische Erkrankungen, die im Jugendalter ihren Häufigkeitsgipfel haben.
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Bei frühem Beginn von Störungen des Sozialverhaltens besteht ein hohes Risiko für Persönlichkeitsstörungen im Erwachsenenalter, delinquentes Verhalten sowie Substanzmissbrauch.
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Depressionen betreffen 3-mal so viele Mädchen wie Jungen und sind die Hauptursache für Suizide. Männliche Jugendliche hingegen vollziehen den Suizid doppelt so oft wie weibliche, die wiederum einen höheren Anteil an Suizidversuchen aufweisen.
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Zu den schädlichen Auswirkungen der übermäßigen Nutzung sozialer Medien auf die Entwicklung von Kindern zählen potenziell zunehmendes aggressives Verhalten, problematische sexuelle Verhaltensweisen, ungesunde Essgewohnheiten, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und eine Verzerrung von Werten und Einstellungen.
Schlüsselwörter
Essstörungen - Störungen des Sozialverhaltens - Depression - Social Media - SuizidalitätPublikationsverlauf
Artikel online veröffentlicht:
22. August 2025
© 2025. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
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