Arthritis und Rheuma 2023; 43(05): 351-352
DOI: 10.1055/a-2158-5374
Verbandsnachrichten
Nachrichten der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie

GKJR-Umfrage zur Weiterbildungs- und Versorgungssituation in der Kinder- und Jugendrheumatologie

Kirsten Minden
1   Berlin
,
Martina Niewerth
2   Berlin
› Author Affiliations
 

    Aktuell liegen bereits die Auswertungen der jährlichen Umfrage zur Versorgungs- und Weiterbildungssituation der Kommission Versorgung, Qualitätssicherung & Weiterbildung (Sprecher*innen: Prof. Dr. Kirsten Minden, Priv.-Doz. Dr. Daniel Windschall, Dr. Maria Haller) vor, zu der im Juni 2023 eingeladen wurde.

    Teilnehmende Einrichtungen

    Im Jahr 2023 erhielten 117 Klinikambulanzen und Praxen aus Deutschland (n = 102), Österreich (n = 9) und der Schweiz (n = 6) über die Geschäftsstelle der GKJR per E-Mail eine Einladung zur Teilnahme an der Umfrage zugesendet. Auswahlkriterium war wie in den Vorjahren, dass an der Einrichtung mindestens ein Mitglied der GKJR mit abgeschlossener Zusatzweiterbildung Kinder- und Jugendrheumatologie tätig sein musste. Von den angeschriebenen Einrichtungen antworteten 80 (77 aus Deutschland und 3 aus Österreich), das entspricht einer Responserate von 68 %. Es nahmen 31 Kinderkliniken bzw. Fachabteilungen (39 %), 24 Universitätskliniken (30 %) und 25 Praxen (31 %) teil. Damit stieg der Anteil niedergelassener Pädiater*innen im Vergleich zum Vorjahr (26 %) leicht an.


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    Kinderrheumatologische Qualifikationen in den bundesdeutschen Einrichtungen

    Insgesamt waren an den 77 bundesdeutschen Einrichtungen, die an der Befragung teilnahmen, 147 zertifizierte Kinderrheumatolog*innen tätig. Ähnlich wie im Vorjahr reichte die Anzahl der kinderrheumatologisch zertifizierten Kolleg*innen in den Einrichtungen von 1 bis 12 (2022: 1 bis 10), wobei an mehr als der Hälfte der Einrichtungen (n = 44) jeweils nur 1 Kinderrheumatologe tätig war. Ein Abgleich mit den Angaben der Bundesärztekammer (Stand 31.12.2022) zu Kinderärzt*innen mit Zusatzweiterbildung ergab, dass im Rahmen der Umfrage über 70 % der bundesweit tätigen Kinderrheumatolog*innen abgebildet wurden. An 26 Standorten befanden sich im letzten Jahr 42 Pädiater*innen in Zusatzweiterbildung zur Kinderrheumatologin bzw. zum Kinderrheumatologen.

    Die Anzahl der laut GKJR-Umfrage ermittelten Einrichtungen mit voller Weiterbildungsermächtigung für die Kinderrheumatologie (n = 34) entspricht in etwa jener in den Vorjahren. In weiteren 8 Einrichtungen liegt eine Teilermächtigung vor. Eine Übersicht zur Weiterbildungssituation für Deutschland, Österreich und die Schweiz in den jeweiligen Bundesländern bzw. Kantonen ist [ Abb. 1 ] zu entnehmen.

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    Abb. 1 Weiterbildungssituation in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Stand: August 2023).

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    Sprechstundenangebot in den pädiatrischen Rheumaambulanzen

    Wenig Veränderung gegenüber den Vorjahren ergab sich bei der Anzahl der Sprechstundentage pro Woche in den kinder- und jugendrheumatologischen Ambulanzen. So lag die Anzahl jener Ambulanzen, die täglich bzw. an 3 bis 4 Tagen eine Sprechstunde anboten, bei jeweils 30 % bzw. 29 %. Knapp 36 % der Einrichtungen boten an 1 bis 2 Tagen eine Sprechstunde an, 5 % an weniger als einem Tag pro Woche bzw. nach Bedarf. Auch die mittlere Sprechstundenzahl war mit 15 Stunden pro Woche im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert.


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    Versorgungslandkarte zu kinder- und jugendrheumatologischen Einrichtungen

    Wie in jedem Jahr wurden auf Grundlage der Teilnahme an der Umfrage und an der Kerndokumentation für rheumakranke Kinder und Jugendliche die Qualitätsmerkmale auf der Versorgungslandkarte der Website der GKJR (www.gkjr.de/landkarte.html) vergeben. Aktuell weisen insgesamt 59 Einrichtungen mindestens ein Qualitätsmerkmal mit Kennzeichen zu Weiterbildung, Fallzahl, Multidisziplinarität, stationärer Behandlung, Transition und Arthrosonografie auf ([ Abb. 2 ]).

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    Abb. 2 Anzahl der Einrichtungen (Deutschland und Österreich), die die Kriterien für die Vergabe eines Qualitätsmerkmals erfüllten (Stand: August 2023).

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    Entwicklung von Qualitätsindikatoren

    Die Versorgungsqualität und die Teilnahme an qualitätssichernden Maßnahmen wird zunehmend abrechnungsrelevant (z. B. Zentrum für Kinderrheumatologie nach GBA-Kriterien). Vor diesem Hintergrund werden aktuell Qualitätsindikatoren für die ambulante und stationäre Versorgung rheumakranker Kinder und Jugendlicher von der Kommission Versorgung, Qualitätssicherung und Weiterbildung der kinderrheumatologischen Versorgungsqualität entwickelt.

    Kirsten Minden und Martina Niewerth, Berlin


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    IMPRESSUM

    Verantwortlich für den Inhalt

    Martina Niewerth

    GKJR-Geschäftsstelle, Deutsches Rheuma-Forschungszentrum, Berlin


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    Kontaktadresse

    Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie
    Geschäftsstelle
    c/o Deutsches Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ)
    Programmbereich Epidemiologie
    Gabriele Berg
    Charitéplatz 1
    10117 Berlin
    Phone: 030/28 460-632   
    Fax: 030/28 460-744   

    Publication History

    Article published online:
    18 October 2023

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    Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany

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    Abb. 1 Weiterbildungssituation in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Stand: August 2023).
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    Abb. 2 Anzahl der Einrichtungen (Deutschland und Österreich), die die Kriterien für die Vergabe eines Qualitätsmerkmals erfüllten (Stand: August 2023).