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DOI: 10.1055/a-1966-3260
Lokale Wundtherapie bei Ulcus cruris venosum
Local Wound Therapy for Venous Leg UlcersAuthors
Die Behandlung von Menschen mit chronischen Wunden wie dem Ulcus cruris venosum stellt eine multidisziplinäre Herausforderung dar. Von zentraler Bedeutung ist die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankungen und Komorbiditäten. Neben der erforderlichen Kompressionstherapie sollte eine moderne lokale Wundtherapie durchgeführt werden. Die Entscheidung für Behandlungskonzepte sollte mit den Patienten gemeinsam getroffen werden, um die Abheilung zu unterstützen und Komplikationen zu vermeiden.
Abstract
The treatment of people with chronic wounds such as venous leg ulcers continues to be a multidisciplinary challenge. Of central importance is the treatment of the underlying diseases and comorbidities. In addition to the compression therapy, required for people with venous leg ulcers, modern local wound therapy should also always be carried out. This is based, among other things, on the phases of wound healing and many other factors, some of which vary greatly from individual to individual, such as pain, slough, exudate, infection status, but also availability and reimbursement.
The decision for treatment concepts should be made together by the therapeutic team in consultation with the patient and, if necessary, his relatives in order to support healing and avoid complications.
Einleitung
In Deutschland leidet etwa 1% der Bevölkerung an chronischen Wunden sehr unterschiedlicher Genese. Mindestens 80% dieser Wunden manifestieren sich als Ulcus cruris venosum (UCV), diabetisches Fußulkus (DFU), Dekubitus oder Wunden bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) [1]. Bei allen Patienten sollte zuerst eine Diagnostik und Therapie von Grunderkrankungen und Kofaktoren erfolgen. Die begleitende Wundversorgung orientiert sich in der Folge u.a. an Wundphasen und -stadium.
Pathogenese und Epidemiologie
Das Ulcus cruris venosum (UCV) ist in Europa die häufigste chronische Wunde am Unterschenkel [2] [3]. Es entsteht infolge einer venösen Abflussstörung und stellt somit die schwerste Form der chronischen venösen Insuffizienz (CVI) dar [4]. Durch die venöse Hypertonie und Hypervolämie kommt es klinisch zu Ödemen und typischen, aber nicht spezifischen Hautveränderungen wie Stauungsdermatitis, Purpura jaune d’ocre, Atrophie blanche und Dermatoliposklerose. Bereits kleinste Verletzungen der vorgeschädigten Haut können zur Ausbildung eines UCV führen [3].
In Deutschland leidet aktuell ca. 0,2% der Bevölkerung an einem floriden UCV [5]. Das Entstehungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter an [6]. Die Wundheilung ist zeitintensiv; durchschnittlich heilen lediglich 60% der UCV trotz adäquater Behandlung innerhalb von 3 Monaten ab [7]. Die Patienten haben zudem eine hohe Rezidivrate, die bei 50–70% ab einem Zeitraum von 6 Monaten nach Abheilung liegt [8].
Eine Wunde, die nach 8 Wochen nicht abgeheilt ist, wird als chronisch bezeichnet. Unabhängig von dieser zeitlich orientierten Definition gibt es Wunden, die von Beginn an als chronisch anzusehen sind, da die Behandlung eine Therapie der weiterhin bestehenden Ursache erfordert. Hierzu gehören beispielsweise das diabetische Fußulkus (DFU), Wunden bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK), Ulcus cruris venosum oder Dekubitus [9].
Sozialmedizinische Bedeutung und Lebensqualität
Die steigenden Inzidenz- und die hohen Rezidivraten des UCV führen zu erheblichen sozialmedizinischen und sozioökonomischen Belastungen [8]. Zudem hat diese Diagnose erhebliche Auswirkungen auf die psychosoziale Situation der Menschen und deren Lebensqualität [10]. Auch für das multidisziplinäre Team der Versorger stellt die Behandlung des UCV eine Herausforderung dar. Sie bindet viele Ressourcen, erfordert die Beteiligung und Absprache verschiedener Fachdisziplinen sowie eine aufwendige Terminkoordination. Für die Betroffenen bedeutet ein UCV einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand. Weitere Einschränkungen sind Schmerzen, Gerüche, Schlafstörungen, Bewegungseinschränkungen, Kleider- und Schuhprobleme, Reduzierung bis Verlust der sozialen Kontakte, Frustration und Depression sowie der Verlust der selbstständigen Gestaltung des Tagesablaufs [10] [11] [12] [13]. Es ist daher wesentlich, dass sich der Mensch nicht lediglich auf die Wunde reduziert fühlt, sondern ganzheitlich und unter Berücksichtigung seiner wund- und therapiebedingten Einschränkungen behandelt wird [11].
Therapeutische Ansätze
Ein UCV ist grundsätzlich kausaltherapeutisch zu behandeln. Die ABCDE-Regel ist eine anschauliche Orientierungshilfe für die strukturierte Diagnostik chronischer Wunden.
A – Anamnese: Patienten werden nach der aktuellen Wunde, früheren Wunden, Kofaktoren und Komorbiditäten befragt.
B – Bakterien: Bakterien sind selten die einzige Ursache für chronische Wunden. Ausnahmen sind beispielsweise (atypische) Mykobakteriosen. Die bakterielle Diagnostik ist jedoch u.a. wegen der Untersuchung auf multiresistente Erreger, wie z.B. MRSA, im klinischen Alltag sehr wichtig.
C – Klinische Untersuchung: Bei der klinischen Untersuchung sind neben dem Manifestationsort der Wunden auch der Wundrand und die Wundumgebung wichtig, da sich hier oft wichtige Hinweise auf die Ursachen und Komplikationen finden lassen.
D – Durchblutung: Sowohl das venöse als auch das arterielle Gefäßsystem der unteren Extremitäten sollten zur Klärung von Gefäßkrankheiten untersucht werden.
E – Extras: Es gibt viele weiterführende diagnostische Verfahren, die gezielt eingesetzt werden können. Biopsien haben hierbei die größte klinische Bedeutung [14].
Auf der Diagnostik baut dann die Kausaltherapie auf. Bestandteile sind z.B. minimalinvasive, chirurgische und/oder endovaskuläre Interventionen [3] [15]:
-
Varizenausschaltung, z.B. durch Sklerosierung, Laser- oder Radiofrequenzverfahren (meist in Lokalanästhesie),
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Crossektomie und Varizenstripping der Stammvenen sowie
-
in ausgewählten Fällen: Klappenrekonstruktion/-transplantation.
Ergänzend kann ein chirurgischer Eingriff am Ulkus sinnvoll sein [16]:
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Ulkus-Exzision („Shave-Therapie"),
-
Fasziotomie, Fasziektomie oder
-
Ulkusdeckung, z.B. Meshgraft-, Vollhaut- oder Lappenplastik.
Eine wichtige Säule der konservativen Therapie der Menschen mit UCV ist zudem die sachgerechte Kompressionstherapie [17].
Wundversorgung
Bei der Behandlung von Menschen mit chronischen Wunden ist die moderne, feuchte Wundversorgung der evidenzbasierte Goldstandard [18]. Unter Berücksichtigung dieser Prinzipien orientiert sich die lokale Wundtherapie individuell an Wundphase und -stadium sowie dem Heilungsverlauf. Weitere Aspekte sind beispielsweise Schmerzaufkommen, Exsudatmenge und -beschaffenheit, Zustand von Wundrand und -umgebung, Geruch, Juckreiz, Infektanzeichen sowie die Akzeptanz durch den Patienten [11] [19] ([Tab. 1]).
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Wundstadium |
Wundauflage |
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Beläge – trocken |
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Beläge – feucht |
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Infektion |
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starke Exsudation |
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Wundgeruch |
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Granulation |
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Epithelisierung |
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Das MOIST-Konzept fasst die Aspekte einer strukturierten Lokaltherapie chronischer Wunden zusammen.
M – Moisture balance (Exsudatmanagement): Wunden sollten nicht zu feucht oder zu trocken behandelt werden.
O – Oxygen balance (Sauerstoffbalance): Insbesondere, wenn Verfahren wie Revaskularisation und Kompressionstherapie nicht ausreichend erfolgreich waren, stehen Therapieoptionen zur Verfügung, die therapeutisch die Hypoxie angehen und so die Sauerstoffbalance wiederherstellen.
I – Infection control (Infektionskontrolle): Antiseptika oder antimikrobiell wirksame Wundauflagen werden zur Infektionsprophylaxe oder zur Behandlung von lokalen Infektionen eingesetzt.
S – Support (Unterstützung des Heilungsprozesses): Wenn Wunden trotz scheinbar adäquater Therapie nicht abheilen, können spezifische Wundtherapeutika eingesetzt werden, die aktiv in den gestörten Wundheilungsprozess eingreifen und z.B. eine Modulation der Metalloproteinasen (MMPs) bewirken.
T – Tissue management (Gewebemanagement): Hier werden alle Methoden der Wundkonditionierung, wie Wundspülung, Débridement, neutrale Wundauflagen oder physikalische Hilfsmittel, zusammengefasst [20].
Wundreinigung
Eine adäquate Wundbeurteilung und die darauf aufbauende lokale Wundtherapie sind erst im Anschluss an ein entsprechendes Débridement möglich. Wenn Beläge und Verbandmittelrückstände auf Wunden verbleiben, können sich zudem Infektionen unbeobachtet ausbilden. Daher ist die regelmäßige und gründliche Wundreinigung, bestehend aus Wundspülung und Débridement, wesentliche Voraussetzung für die Wundheilung.
Die Initiative Chronische Wunden (ICW) e.V. definiert Débridement als „Entfernung von anhaftendem, abgestorbenem Gewebe, Krusten oder Fremdkörpern aus Wunden“ [21]. Das Débridement im engeren Sinne ist auf die Wundfläche beschränkt. Dennoch kann es notwendig sein, den Wundrand und/oder die -umgebung mit einzubeziehen [21].
Débridement
Das Débridement reduziert Gerüche und Exsudat, mindert die Infektionsgefahr und fördert die Wundheilung. Dadurch werden zudem belastende Faktoren beseitigt und die Lebensqualität der Betroffenen gefördert.
Es gibt verschiedene Débridement-Methoden [21]:
-
chirurgisches und scharfes Débridement,
-
mechanisches Débridement,
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technisches Débridement,
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biochirurgisches Débridement,
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autolytisches Débridement,
-
osmotisches Débridement und
-
proteolytisches/enzymatisches Débridement.
Chirurgisches und scharfes Débridement
Das chirurgische Débridement ist meist die effektivste Débridement-Methode. Es ist invasiv und nicht gewebeschonend.
Je nach Schweregrad kann für ein chirurgisches Débridement eine Vollnarkose oder Lokalanästhesie, z.B. mit Lidocain/Prilocain-Creme (Einwirkzeit von mindestens 30–60 Minuten beachten), erforderlich sein ([Abb. 1]).


Das chirurgische Débridement soll die vollständige Abtragung von avitalem Gewebe bis in intakte Gewebestrukturen ermöglichen. Hierbei kommt es meist zu Gewebe- und Gefäßverletzungen mit Blutungen. Daher sollte die Durchführung durch entsprechend erfahrene Ärzte erfolgen.
Demgegenüber wird als scharfes Débridement die Intervention bis an den Rand des avitalen Gewebes in Wunden bezeichnet. Im Gegensatz zum chirurgischen Débridement wird avitales Gewebes somit nicht unbedingt vollständig abgetragen [21] ([Abb. 2]). Diese Débridement-Methode kann auch an speziell geschulte Pflegefachkräfte delegiert und ambulant durchgeführt werden. Chirurgisches oder scharfes Débridement erfolgen beispielsweise mit Ringkürette oder Skalpell und Pinzette.


Mechanisches Débridement
Bei dieser Methode werden locker haftende Wundbestandteile wie Fibrin weitestgehend atraumatisch aus den Wunden entfernt [21]. Der Anwender nutzt hierbei sterile Pinzetten sowie trockene oder angefeuchtete sterile Baumwoll- oder Vlieskompressen, um die Wunde und ggf. die Wundumgebung von Zelltrümmern, Verbandmittelresten, oberflächlichen Belägen und Abfallstoffen zu reinigen ([Abb. 3]). Alternativ können auch Mikrofaser-/Monofilamentfaser-Reinigungspads, bereits mit einer Tensid-haltigen Spüllösung angefeuchtete Vliestücher sowie offen-/grobporige raue Schäume zum Einsatz kommen. Diese Produkte sind allerdings oft nicht verordnungs- und erstattungsfähig.


Technisches Débridement
Das technische Débridement nutzt verschiedene wundreinigende Maßnahmen. Dabei kommen technische Geräte wie Hydrochirurgie/-Lavage, Shaver, Laser und die ultraschallassistierte Wundreinigung (UAW) zum Einsatz. Letztere ist eine nichtinvasive Methode, bei der niederfrequenter Leistungsultraschall in Kombination mit einer Wundspüllösung angewendet wird ([Abb. 4]). Die Methoden des technischen Débridements können Schmerzen verursachen. Daher ist vorab der Einsatz von Lokalanästhetika (s.o.) zu bedenken. Die genannten Methoden sind ambulant nicht verordnungs- und erstattungsfähig. Zudem sind sie ortsgebunden, erfordern spezielle Räumlichkeiten und höhere Kosten für die technische Ausstattung sowie Zeitaufwand für die Desinfektion der Geräte und der kontaminierten Umgebung [19] [21].


Biochirurgisches Débridement
Steril gezüchtete Larven der Fliegengattung Lucilia sericata entfernen durch extrakorporale Verdauung selektiv avitales Gewebe, Nekrosen, Wundbeläge und Bakterien. Dabei können Kribbeln, Juckreiz oder ggf. auch Schmerzen auftreten. Im Speichel sind u.a. verschiedene antimikrobielle Peptide sowie Wachstumsfaktoren enthalten. Die Ausscheidungen der Larven wirken zudem antibakteriell. Sie haben eine Arzneimittelzulassung und sind eingeschlossen in einem Polyesternetz („Biobag“) erhältlich ([Abb. 5]). Ambulant sind Fliegenlarven nicht verordnungs- und erstattungsfähig. Bei dem Einsatz unter Kompressionstherapie ist eine gute Abpolsterung zu gewährleisten, um die Tiere keinem hohen Druck auszusetzen [21] [22].


Biochirurgisches Débridement sollte bei Menschen, die Antikoagulanzien einnehmen oder Wunden haben, die leicht zu Blutungen neigen, sich in der Nähe von größeren Gefäßen befinden, die Verbindung zu Körperhöhlen und/oder inneren Organen haben und/oder unzureichend durchblutet sind, nur unter engmaschiger Überwachung erfolgen [22].
Autolytisches Débridement
Das autolytische Débridement nutzt körpereigene Reinigungsprozesse, die durch die Zuführung von Feuchtigkeit unterstützt und beschleunigt werden. Dieses Vorgehen setzt proteolytische Enzyme frei und aktiviert Phagozyten. Nekrosen und Beläge verlieren durch Autolyse ihre Festigkeit und lösen sich vom Wundgrund. Diese Methode ist schonend, schmerzarm und einfach, aber zeitintensiv. Beim autolytischen Débridement kommen z.B. Hydrogele in Gelform, Gelkompressen, Alginate, Hydrofasern, polymere Membranverbände mit einem Tensid oder Hydrokolloide zum Einsatz [19] [21].
Osmotisches Débridement
Es handelt sich um eine Methode, die schonend Wundbeläge entfernt, aber, je nach Produkt, auch Schmerzen auslösen kann. Hierbei kommen beispielsweise hyperosmolare Produkte wie Zuckerderivate (Dextranomer-Pasten), Honigpräparate, Cadexomer-Granulate oder ein Saugspülkörper zur Nasstherapie zum Einsatz [19] [21].
Proteolytisches/enzymatisches Débridement
Proteolytische Enzyme, z.B. Chlostridiopeptidase, Streptokinase oder Streptodornase, können avitales Gewebe abbauen. Hierbei verflüssigen sie in Interaktion mit Proteinen Gewebetrümmer und lysieren selektiv nekrotisches Gewebe. Es handelt sich um verschreibungspflichtige Arzneimittel, die mindestens täglich zu wechseln sind. Dies bedeutet einen erhöhten Kosten- und Arbeitsaufwand. Als Nebenwirkungen sind ggf. Schmerzen, Brennen und Hautreizungen möglich [19] [21].
Wundspülung
Bei der Wundspülung geht es um die Entfernung von nicht haftenden Bestandteilen mit sterilen Lösungen [21]. Dabei werden Verbandmittelreste und überschüssiges sowie angetrocknetes Wundexsudat entfernt. Wundspüllösungen sollten steril, physiologisch, farblos, reizlos, erwärmbar, nicht resorbierbar sowie atraumatisch sein. Meist kommen daher Ringer- oder physiologische Kochsalzlösung (NaCl-0,9%-Lösung) zum Einsatz. Solche Produkte sind nicht konserviert und daher nach einmaliger Nutzung zu verwerfen. Alternativ gibt es auch konservierte Wundspüllösungen, die beispielsweise Polihexanid, Octenidin, Natriumhypochlorit bzw. Hypochlorsäure enthalten und daher nach Anbruch bis zu mehreren Wochen verwendbar sind ([Abb. 6]) [19].


Wundspüllösungen sind keine Antiseptika, auch wenn sie mit antiseptischen Zusätzen konserviert sind, d.h. sie sind nicht für infizierte Wunden indiziert! Solche Wunden sind mit zeitgemäßen Wundantiseptika zu versorgen (siehe unten).
Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch Leitungswasser zur Wundspülung geeignet. Hierfür sind endständige Wassersterilfilter mit einer Porengröße von 0,2µm zu nutzen [23] [24]. Die Nutzungsdauer solcher Filter variiert von mehreren Tagen bis zu 3 Monaten. Sie sind derzeit nur auf Einzelfallantrag durch die Kostenträger erstattungsfähig.
Bei größeren Wunden sind endständige Wassersterilfilter eine Möglichkeit, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Duschen vermittelt ein besseres Sauberkeitsgefühl als der beschränkte Einsatz kleiner Mengen an Spüllösungen.
Da Wundspüllösungen im ambulanten Bereich nicht verordnungs- und erstattungsfähig sind, spielt der Kostenaspekt bei der Auswahl eine wesentliche Rolle. Entsprechend eines Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sind ausschließlich unkonservierte NaCl-0,9%- und Ringer-Lösung der Firmen B. Braun und Fresenius seit 2009 u.a. für die Wundspülung in allen verfügbaren Größenbehältnissen erstattungsfähig.
Wundinfektion
Die lokale Wundinfektion ist eine häufige Komplikation bei der Wundbehandlung und kann im Einzelfall zu schwerwiegenden Komplikationen bis hin zu einer potenziell lebensbedrohlichen Sepsis führen. Der validierte TILI-Score (therapeutischer Index für lokale Infektionen) erleichtert die Diagnostik lokaler Wundinfektionen ([Tab. 2]). Wenn entweder mindestens 5 der 6 unspezifischen Aspekte oder eine der 3 direkten Indikationen vorliegen, sollte ein Antiseptikum zum Einsatz kommen [25].
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keine direkte Indikation |
direkte Indikation |
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*Vorsicht bei Menschen mit Polyneuropathie oder bei Einnahme von Schmerzmitteln. **Dies kann in verschiedenen Ländern und Institutionen sehr unterschiedlich sein. Ein Beispiel ist der Nachweis von multiresistenten Bakterien wie Methicillin-resistenter Staphylocccus aureus (MRSA). |
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Generell ist bei der Versorgung eines kritisch kolonisierten oder bereits infizierten UCV der zeitnahe Einsatz zeitgemäßer Antiseptika erforderlich [26]. Lediglich bei systemischen Infektionskrankheiten ist die systemische Gabe von Antibiotika gerechtfertigt ([Tab. 3]).
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Besiedlung |
Therapie |
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kontaminierte Wunde |
Wundspülung und Reinigung; bei Bedarf Débridement |
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kolonisierte Wunde |
Wundspülung und Reinigung; bei Bedarf Débridement |
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lokal infizierte Wunde |
Wundspülung und Reinigung; mechanisches/chirurgisches Débridement; antimikrobielle Lokaltherapie |
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systemische Infektion bei infizierter Wunde |
Wundspülung und Reinigung; mechanisches/chirurgisches Débridement; lokale und systemische antimikrobielle Therapie |
Antiseptika
Wundantiseptika sind als Arzneimittel zugelassen und indiziert für die Therapie von kritisch kolonisierten und infizierten Wunden [26]. Bei diesen Produkten stehen pharmakologische, metabolische und/oder immunologische Effekte im Vordergrund [26]. Bei Antiseptika werden Erreger im Gegensatz zu konservierten Spüllösungen nicht nur physikalisch ausgespült, sondern nachgewiesenermaßen auch abgetötet. Hierfür ist die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit zu beachten.
Im Gegensatz zu Wundspüllösungen sind Wundantiseptika nicht für die Daueranwendung bestimmt. Generell sollte spätestens nach 14 Tagen die Indikation kritisch hinterfragt werden. Wundantiseptika sind im ambulanten Bereich nicht verordnungs- und erstattungsfähig [19].
Octenidin und Polihexanid
Zeitgemäße, farblose Antiseptika basieren auf den Wirkstoffen Octenidin und Polihexanid ([Abb. 7], [Tab. 4]). Octenidin hat einen schnellen Wirkeintritt (1–2 Minuten), bei Polihexanid dauert es 10–20 Minuten, bis die vollständige Wirkung erreicht wird.


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Indikationen |
Antiseptikum erster Wahl |
Antiseptikum zweiter Wahl |
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1Diese antimikrobiellen Wirkstoffe sind derzeit in Deutschland nur in Medizinprodukten (Wundspüllösungen, Verbandmitteln) enthalten und haben somit keine Zulassung als Antiseptikum, d.h. bei diesen Produkten steht die physikalische Funktion im Vordergrund. |
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kritisch kolonisierte und infektionsgefährdete Wunden |
Polihexanid (PHMB) |
Octenidin, Hypochlorit1, Silber1 |
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Verbrennungswunden |
PHMB |
Octenidin, Hypochlorit1 |
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Biss-, Schuss- und Stichwunden |
PVP-Jod |
Hypochlorit1 |
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mit MRE kolonisierte oder infizierte Wunden |
Octenidin |
PHMB, Silber1 |
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Prävention von postoperativen Infektionen |
PHMB |
Octenidin |
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Dekontamination von akuten und chronischen Wunden |
Hypochlorit1, PHMB |
− |
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Peritonealspülung |
Hypochlorit1 |
− |
Povidon-Jod
Auch Povidon (PVP) -Jod wirkt breit, schnell (0,5–1 Minute) und zuverlässig in der Therapie akuter Wunden. Es hat aber auch diverse Nachteile, sodass der Einsatz für die Behandlung von Menschen mit UCV nicht empfohlen wird. Es kann Schmerzen und kontaktallergische Reaktionen hervorrufen, verfügt über einen Eiweißfehler, verfärbt Wunde sowie Wundumgebung und wird resorbiert.
Schilddrüsenerkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit. Allerdings darf PVP-Jod – im Gegensatz zu Octenidin und Polihexanid – auf freiliegendem Knorpel angewendet werden [19].
Silberhaltige Verbandmittel
Silberhaltige Verbandmittel geben elementares Silber an die Wunde ab oder setzen bei Kontakt mit Wundexsudat Silberionen (Ag+) frei. So wirken sie ebenfalls antimikrobiell gegen grampositive und gramnegative Bakterien – inklusive multiresistenter Erreger (MRE) wie MRSA oder VRE sowie Pilze und Viren. Silberhaltige Verbandmittel sind als Medizinprodukt zugelassen und derzeit grundsätzlich bis zum 30.11.23 uneingeschränkt erstattungsfähig. Die freigesetzten Silberionen lagern sich an die Zellwand der Keime an, dringen in die Mikroorganismen ein und töten sie ab. Einige Verbandmittel setzen Silberionen frei, um Keime in der Wunde abzutöten, andere nehmen Wundexsudat auf und töten die mitaufgenommenen Keime bei Kontakt mit Silberionen innerhalb der Wundauflage ab.
Bei Wundauflagen, die Silber freisetzen, kann es zu meistens vorübergehenden Braun-/ Schwarzfärbungen der Wunde und der Wundumgebung kommen. Diese temporäre Argyrie kann die Wundbeurteilung erschweren ([Abb. 8]).


Silberhaltige Verbandmittel unterscheiden sich je nach Hersteller, Silbergehalt, freigesetzter Menge, Aufbau und Zusammensetzung sowie Indikation und Kontraindikation erheblich. So gibt es u.a. Produkte mit Aktivkohle, Alginaten, Hydrofaser/Hydrofiber, Wunddistanzgittern, Kollagenen, Alginatgelen, (Cavity-)Polyurethanschaumverbänden oder als Polyethylengewebe mit aufgetragenem nanokristallinem Silber [19].
Hydrophobe Wundauflagen
Bei den Verbandmitteln, die mit Dialkylcarbamoylchlorid (DACC) beschichtet sind, wird von den Herstellern propagiert, dass sie die hydrophoben Keime wie Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeruginosa und Pilze binden ([Abb. 9]). In der Folge werden die Erreger zwar nicht abgetötet, aber bei den Verbandswechseln aus der Wunde entfernt. Entsprechend reduziert sich nach und nach das Keimaufkommen [19].


Wundauflagen mit Polihexanid (PHMB)
Verbandmittel, die die antiseptische Wirkung von Polihexanid nutzen, gibt es z.B. als feinporige Polyurethanschaumverbände, feuchte Zellulose oder beschichtete Gaze/Kompressen [19].
Zeitgemäße farblose Antiseptika, Silber-/Polihexanid-haltige und DACC-beschichtete Verbandmittel töten Keime ab oder binden diese und entfernen sie aus der Wunde. Sie dienen also primär nicht der Wundheilung, sondern dem lokalen Infektmanagement. Es handelt sich somit nicht um Standardprodukte zur längerfristigen Anwendung. Eine antimikrobielle Wundtherapie erfolgt individuell, gezielt und limitiert für einen Zeitraum von nicht mehr als 14 Tagen. Danach sollte eine kritische Reevaluation der Therapienotwendigkeit erfolgen.
Aspekte der Versorgung infizierter Wunden
Klinisch infizierte Wunden sollten nicht mit folienbeschichteten Verbandmitteln versorgt werden, denn darunter können sich aufgrund der feucht- und warmhaltenden Folie Infektionen verschleppen bzw. ausbreiten, da das Keimwachstum (Ausnahme Anaerobier) durch dieses Milieu gefördert wird. Ökonomisch und medizinisch sinnvoll ist der Einsatz von Antiseptika in Kombination z.B. mit Saugkompressen bzw. Vlieskompressen mit Superabsorbern. Da infizierte Wunden in der Regel stark exsudieren, ist die Versorgung mindestens täglich zu wechseln. Das Exsudat infizierter Wunden ist zudem meist zäh und kann daher von feinporigen Polyurethanschaumverbänden oft nicht optimal aufgenommen werden. Erst im Anschluss an die Akutphase empfiehlt sich daher der Einsatz von feinporigen Polyurethanschaumverbänden und anderen folienbeschichteten Produkten. Die genannten silberhaltigen, PHMB-haltigen sowie hydrophoben Verbandmittel sind sehr unterschiedlich hinsichtlich Handhabung sowie (Kontra-)Indikationen. Wichtige Anwendungshinweise sind den Herstellerangaben zu entnehmen [19].
Ökonomische Aspekte und die medizinische Sinnhaftigkeit sind bei der Versorgung infizierter Wunden immer gemeinsam zu betrachten. Es ist in der Routine nicht sinnvoll, dauerhaft Antiseptika oder antiinfektiv wirkende Wundauflagen zu verwenden. Ausnahmen können lokal infizierte Wunden oder immunsupprimierte Menschen sein.
Physikalische Wundtherapie
Bei der lokalen Unterdrucktherapie kommen sogenannte Vakuumtherapiesysteme zum Einsatz, bei denen eine meist elektronische Pumpe über einen Schwamm oder Verbandtüll einen definierten Unterdruck von 75–125mmHg auf der Wundoberfläche erzeugt. Neben der ursprünglichen Indikation der Wundgrundkonditionierung werden solche Systeme heute auch eingesetzt, um beispielsweise die Wundreinigung oder Einheilung freier Hauttransplantate zu unterstützen oder Infektionen zu vermeiden. Wenn die Variante der Instillation genutzt wird, können durch die Spülungen, beispielsweise mit Antiseptika, auch infizierte Wunden behandelt werden.
Weitere physikalische Wundtherapien für die Behandlung des UCV sind beispielsweise Elektrostimulation, extrakorporale Stoßwellen, Hyperthermie, Laser, Kaltplasma ([Abb. 10]), Ultraschall oder wassergefiltertes Infrarot-A-Licht. Zu jeder dieser Behandlungsoptionen gibt es klinische Studien. Dennoch ist die daraus resultierende Evidenz, mit Ausnahme der Evidenz für die Vakuumtherapie, noch unzureichend, um konkrete Empfehlungen aussprechen zu können, welche Patienten in welcher Wundheilungsphase von der Behandlung profitieren [25] [27].


Aspekte der Wundversorgung unter Kompressionstherapie
Kennzeichnend für Menschen mit floridem UCV ist in der Entstauungsphase ein ödematöser Unterschenkel mit stark exsudierender Wunde. Neben einer sachgerechten Kompressionstherapie zur Entstauung kommen individuell angepasste Verbandmittel zum Einsatz. Diese sollten über ein hohes Aufnahmevermögen und eine gute Retention verfügen. Unter dem Druck der Kompressionsversorgung sollte keine oder nur wenig Flüssigkeit wieder abgegeben werden. Es gibt eine Vielzahl an superabsorbierenden Verbandmitteln. Die verfügbaren Produkte unterscheiden sich zum Teil erheblich hinsichtlich Abmessungen ([Abb. 11]), Aufnahmevermögen, Retention, Festigkeit und Quellverhalten (Abdrücke im Gewebe) [19].


Die Vliesumhüllung von Superabsorbern kann trotz großer Exsudatmengen am Wundgrund verkleben und zu Schmerzen beim Verbandwechsel führen. Um diese Schmerzen zu reduzieren, können angewärmte Wundspüllösungen das atraumatische Entfernen unterstützen. Einige Vlieskompressen mit Superabsorbern haben eine Kontaktschicht mit einem Wunddistanzgitter (mit/ohne Silikon), um einem Verkleben mit dem Wundgrund vorzubeugen. Alternativ ist auch der kombinierte Einsatz mit Wunddistanzgittern möglich.
Es ist zu beachten, dass zäheres oder klebriges Exsudat die Poren von Wunddistanzgittern verstopfen kann, sodass Flüssigkeit nicht mehr aufgenommen wird. Bei einer solchen Exsudatbeschaffenheit sollten daher Produkte mit entsprechend ausreichend großen Poren zum Einsatz kommen.
Wenn große Exsudatmengen auftreten, liegt ein Augenmerk auf dem Schutz von Wundrand und -umgebung vor Mazeration. Hierfür kommen bei Bedarf Hydrofaser-/Hydrofiberprodukte, Transferschäume sowie transparente Hautschutzfilme auf Acrylat-Copolymer-Basis zum Einsatz.
Entstauungsphase
In der Entstauungsphase sind Verbandwechsel meist in kurzen Intervallen von 24–48 Stunden notwendig. Dies bedeutet für die Betroffenen eine wiederkehrende Stresssituation, insbesondere da jede direkte Manipulation an der Wunde Schmerzen provozieren kann. Sogenannte Transferschaumverbände, die direkt auf der Wunde aufliegen, ermöglichen den alleinigen Wechsel der darüber liegenden gesättigten Sekundärauflage. Sie werden ca. 2–3cm den Wundrand überlappend appliziert und leiten das Wundexsudat nur vertikal nach oben weiter ([Abb. 12]). Sie können bis zu 7 Tage auf der Wunde verbleiben, gewährleisten so eine längere Wundruhe, beugen Schmerzen vor und schützen Wundrand und -umgebung vor Mazeration [19].


Erhaltungsphase
In der Erhaltungsphase nimmt die Wundexsudation beständig ab. Nun kommen Verbandmittel zum Einsatz, die bei moderater Exsudation das feuchtwarme Wundmilieu optimal fördern und erhalten, z.B. feinporige Polyurethanschaumverbände. Die Umgebungshaut bei UCV ist infolge der CVI häufig trocken, schuppig und ekzematös. Feinporige Polyurethanschaumverbände ohne Kleberand oder mit hautfreundlich haftenden Silikonbeschichtungen üben weniger Reize auf diese bereits belastete Umgebungshaut aus. Sie sind also bei der Versorgung dieser Menschen zu bevorzugen.
Bei UCV sollten feinporige Polyurethanschaumverbände genutzt werden, die weiche und abgeflachte Ränder haben. Unter dem Druck der Kompressionstherapie hinterlassen solche Produkte weniger Abdrücke im Gewebe und belasten die Haut dadurch weniger ([Abb. 13]).


Mit zunehmender Epithelisierung nimmt die Exsudatmenge weiter ab. Hierfür gibt es sogenannte feinporige, meist silikonbeschichtete Lite-Schaumverbände, die weniger Exsudat aufnehmen, während gleichzeitig einem Verkleben oder Verwachsen mit dem Wundgrund vorgebeugt wird.
Die Fixierung der Verbandmittel in allen Versorgungsphasen wird beim UCV in der Regel ausreichend durch die Kompressionsversorgung gewährleistet. Bei zusätzlichen Fixierungen durch elastische Mullbinden oder selbsthaftende Fixierbinden besteht das Risiko von Einschnürungen, wenn sich der Umfang der Extremität ändert ([Abb. 14]).


Zur Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden steht eine umfassende Palette an derzeit über 6000 Wundprodukten, wenn man alle Anbieter, Reimporte und Größen mit einbezieht, zur Verfügung. Angesichts dieser Menge fällt es Versorgern oft schwer, einen Überblick über die zur Verfügung stehenden Therapieoptionen zu behalten.
Fazit
Die Behandlung von Menschen mit chronischen Wunden ist auch heute noch eine interdisziplinäre und interprofessionelle Herausforderung. Auf der Basis einer umfassenden Diagnostik sollte unbedingt die Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen und Kofaktoren erfolgen.
Neben der beim UCV zentral wichtigen Kompressionstherapie ist eine an den Phasen der Wundheilung und individuellen Faktoren der Patienten orientierte Wundbehandlung wichtig, um die Abheilung zu unterstützen und Komplikationen zu vermeiden.
Kerstin Protz
Jahrgang 1969, 1988-1991 Ausbildung zur Krankenschwester, 2000-2004 Studium Sozial- und Gesundheitsmanagement Hamburger Hochschule für Wirtschaft und Politik, 2003 Sachverständige für Krankenpflege, 2007 Wundexpertin ICW, seit 2010 Projektmanagerin Wundforschung im Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen am Uniklinikum Hamburg; Schwerpunkte: Versorgungsforschung, Wundversorgung, Kompressionstherapie, Edukation


Prof. Dr. med. Joachim Dissemond
Jahrgang 1968, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Zusatzbezeichnungen Allergologie und Sportmedizin, Oberarzt der dermatologischen Abteilung im Universitätsklinikum Essen, ärztlicher Wundexperte DDG und ICW; Schwerpunkte: Ulcus cruris (venosum), inflammatorische Wunden mit dem Fokus Pyoderma gangraenosum


Interessenkonflikt
J. Dissemond hat Honorare für Beratungen und/oder Vorträge und/oder Studien von folgenden Firmen erhalten: 4M, Abbvie, B. Braun, Bauerfeind, BSN, Convatec, Coloplast, Engelhardt, Juzo, KCI, Lohmann & Rauscher, medi, Mölnlycke, SastoMed, Uluru, Urgo. K. Protz hat Honorare für Beratungen und/oder Vorträge von folgenden Firmen erhalten: Bauerfeind, BSN medical/Essity, Coloplast, Convatec, Hartmann, Lohmann & Rauscher, medi, Mölnlycke, Schülke & Mayr, URGO.
-
Literatur
- 1 Epidemiologie und Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden- Eine Analyse auf der Basis der Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen, Forschungsgruppe Primärmedizinische Versorgung (PMV) Köln. 2016
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Publication History
Article published online:
16 January 2023
© 2023. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany
-
Literatur
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