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DOI: 10.1055/a-1925-5993
Mykosis fungoides
Autor*innen
Dermatoscopic spectrum of mycosis fungoides: a retrospective observational study by the International Dermoscopy Society.
JEADV 2022;
36: 1045-1053
DOI: 10.1111/jdv.18078
Die Mykosis fungoides ist selten, aber das häufigste kutane T-Zell-Lymphom. Neben den klassischen Stadien kommen weitere Varianten vor. Der Subtyp hat entscheidende Bedeutung für das therapeutische Management. Die Internationale Gesellschaft für Dermatoskopie erarbeitete typische Befunde, die eine Differenzierung erleichtern, und bezeichnet die Dermatoskopie als wichtiges Puzzleteil im diagnostischen Prozess.
Neben der klassischen Mykosis fungoides (MF) mit Patch-, Plaque- und Tumor-Stadium berücksichtigten Errichetti et al. den follikulotropen, poikilodermatösen und erythrodermischen Subtyp. Die retrospektive Beobachtungsstudie war Teil eines größeren Projektes zu primär kutanen T-Zell-Lymphomen. Zwei unabhängige Untersucher werteten in Unkenntnis der klinischen Daten und Histologien Läsionen von 118 Erkrankten aus. Das Lebensalter betrug durchschnittlich 60,1 Jahre und 68 waren Männer. Von jeweils einer Läsion standen digitale Dermatoskopien zur Verfügung, die überwiegend ohne Immersionsöl erfolgt waren. In 75 Fällen lag eine klassische MF vor und bei 26, 9 und 8 Erkrankten bestand eine follikulotrope, erythrodermische und poikilodermatöse MF. Die komparative Analyse der dermatoskopischen Befunde ergab typische und signifikante Muster der einzelnen Varianten:
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Patch-Stadium: lineare Gefäße (p=0,009), linear-gebogene Gefäße mit unspezifischer Verteilung (p=0,013) und weiße Schuppen in Hautfalten (p=0,003),
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Plaque-Stadium: punktförmige Gefäße in Clustern (p=0,029),
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Tumor-Stadium: periphere lineare Gefäße mit Verzweigungen (p=0,001), Ulzerationen (p=0,004) und rote, durch weiße Linien getrennte Kügelchen (p=0,029),
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follikulotropische MF: Haarverlust, dilatierte Follikel und follikuläre Pfropfen,
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erythrodermische MF: lineare/punktförmige Gefäße, fleckförmige weiße Schuppen und fokal orangefarbene, strukturlose Anteile sowie
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poikilodermale MF: Schachbrettmuster, Flecken mit weißen Schuppen und braune retikuläre Linien.
Biopsien aus den Läsionen zeigten die histopathologischen Korrelate für die dermatoskopischen Ergebnisse mit dilatierten vaskulären Strukturen sowie Hämosiderinablagerungen (Patch-, Plaque-Stadium). Im Tumor-Stadium fanden sich dichte zelluläre Infiltrate und ein Epidermisverlust als Ausdruck der Ulzerationen. Auch bei den seltenen Varianten ergaben sich passende histopathologische Befunde.
In frühen Stadien erleichtere die Dermatoskopie die Abgrenzung zu Dermatitiden und Psoriasis, so die Autoren. Mit der fortschreitenden Erkrankung änderte sich das Gefäßmuster. Die dermatoskopischen Unterschiede reflektierten den histopathologischen Hintergrund. Die Dermatoskopie ermögliche eine präzisere Charakterisierung der klassischen Mykosis fungoides und könne auf die beste Stelle für eine Biopsie hinweisen, so Errichetti et al.
Dr. med. Susanne Krome, Melle
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Artikel online veröffentlicht:
24. Oktober 2022
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