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DOI: 10.1055/a-1857-2879
Hautnaht: Welcher Einstichabstand zum Wundrand bringt die beste Kosmetik?
Authors
Aesthetic outcome of simple cuticular suture distance from the wound edge on the closure of linear wounds on the head and neck: A randomized evaluator blinded split-wound comparative effect trial.
J Am Acad Dermatol 2022;
86: 863-867
DOI: 10.1016/j.jaad.2021.10.036
Laut der hautchirurgischen Lehrbücher sollen die Einstiche bei der Hautnaht im Abstand zwischen 2 und 5mm vom Wundrand entfernt vorgenommen werden. Bei welchem Abstand ein optimales kosmetisches Ergebnis erzielt wird, ist allerdings unklar. Ein US-Forscherteam beschäftigte sich mit dieser Fragestellung im Rahmen einer randomisierten Studie.
An der Untersuchung nahmen 50 Erwachsene teil, die sich einer chirurgischen Exzision am Kopf oder Hals mit anschließendem mehrschichtigen linearen Primär-Hautverschluss unterziehen mussten. Alle Wunden waren mindestens 3cm lang und wurden mittels versenkter vertikaler Matratzennaht verschlossen. Patientinnen und Patienten mit Lappenplastiken oder Hauttransplantationen schloss die Arbeitsgruppe von der Studienteilnahme aus. Gemäß Randomisierung begannen die Operateurinnen und Operateure bei etwa der Hälfte der Studienteilnehmenden am linken oder oberen Wundende die Naht mit einem Einstichabstand von 2 bzw. 5mm. Nach der Hälfte der Naht wechselten sie dann auf den jeweils anderen Abstand, sodass schließlich an allen Narben beide Einstichabstände zum Einsatz kamen. Um die Abstände genau einhalten zu können, zeichneten die Operierenden mithilfe eines sterilen Lineals sowie eines Hautmarkers entsprechende Linien auf die Hautoberfläche. Nach 3 Monaten stellten sich die Patientinnen und Patienten zu einer Nachkontrolle vor, bei welcher 2 Untersuchende ohne Kenntnis der Gruppenzuteilung unter anderem das Erscheinungsbild der Narbe mithilfe der „Patient and Observer Scar Assessment Scale“ (POSAS) beurteilten. Auch die Operierten bewerteten ihre Narbe mithilfe dieses Instruments. Einen weiteren Studienendpunkt stellte die Narbenbreite dar.
Ergebnisse
Die mehrheitlich männlichen Studienteilnehmenden waren im Schnitt 69,5 Jahre alt. In 98% der Fälle erfolgte ein chirurgischer Eingriff in Mohs-Technik. Die Exzisionen waren durchschnittlich 6,1cm lang. Die 2- und die 5-Millimeter-Nahtmethode unterschieden sich dabei weder im Hinblick auf den von den Untersuchenden festgestellten POSAS-Score noch im Hinblick auf die von den Betroffenen selbst getroffene POSAS-Bewertung. Auch bez. der Narbenbreite, die in beiden Fällen 0,1cm betrug, unterschieden sich die beiden Verfahren nicht wesentlich. Nahtkomplikationen wie Hämatome, Nahtreaktionen oder Infektionen betrafen in der Regel beide Nahtteile.
Bei der linearen Hautnaht nach Exzisionen am Kopf und am Hals, so das Fazit der Autorinnen und Autoren, spielt es für das ästhetische Ergebnis, die Narbenbreite sowie das Komplikationsrisiko keine wesentliche Rolle, ob die Einstiche im Abstand von 2 oder 5mm vom Wundrand vorgenommen werden.
Dr. med. Judith Lorenz, Künzell
Korrespondenzadresse
Publication History
Article published online:
23 August 2022
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