Sportphysio 2022; 10(03): 105
DOI: 10.1055/a-1841-8052
Editorial

Covid-19: zwischen Einschränkungen, Auswirkungen und Lösungsansätzen im Sport

Eduard Kurz
,
Hans-Josef Haas
 

Der Ausbruch der Covid-19(Coronavirus Disease 2019)-Pandemie Ende 2019 in Wuhan erfasste sämtliche Sektoren des öffentlichen Lebens und brachte beispiellose Einschränkungen mit sich. Hohe Infektions- und Sterberaten führten zu flächendeckenden Lockdowns. In einer Studie mit 10 121 Teilnehmer*innen aus 67 Ländern konnte belegt werden, dass der Körpermasseindex während der Lockdowns signifikant anstieg [2]. Altersübergreifend kam es dabei zu einer 30 %igen Verringerung der körperlichen Aktivität.

Das Training von Athlet*innen, die während des Lockdowns weitertrainierten, beinhaltete vor allem körpereigene Übungen sowie Herz-Kreislauf-Training und war somit vorwiegend auf gesundheitsbezogene Aspekte fokussiert [3]. Die spezifischen Trainingsinhalte traten aufgrund räumlicher und logistischer Einschränkungen in den Hintergrund. Die Abwesenheit von Wettkämpfen reduzierte zusätzlich die Motivation. Anhand einer Befragung von 95 überwiegend Freizeitsportler*innen in Deutschland konnte gezeigt werden, dass Frauen weniger motiviert waren zu trainieren als Männer [1].

In diesem Heft werden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Therapie und Training aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Simon Haunhorst und seine Mitautoren stellen die klinischen Manifestationen von Long Covid aus sportmedizinischer Sicht dar. Dabei geht es nicht nur um die Symptomatik, sondern auch um die Auswirkungen auf die körperliche Leistungsfähigkeit. Im zweiten Fokusbeitrag von Professor Werner Krutsch und Kollegen wird das Hygienekonzept gegen das SARS-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2) im Fußball vorgestellt. Um den Trainings- und auch den Spielbetrieb schnellstens wieder zu ermöglichen, war das medizinische Personal einschließlich der (Sport-)Physiotherapeut*innen in dieser Zeit besonders gefordert. Dass die Pandemie nicht nur die physische Gesundheit und Leistungsfähigkeit beeinflusst, sondern auch die psychische Verfassung und Leistungsbereitschaft von Sportler*innen tangiert, macht die Arbeitsgruppe um PD Sylvain Laborde zum Schwerpunkt in ihrem Beitrag. Sie geben Hinweise, mit welchen sportpsychologischen Techniken Sportler*innen bei der Bewältigung von psychischen/mentalen Beeinträchtigungen unterstützt werden können. Der Artikel von Professor Joachim Latsch schließlich befasst sich mit „Sport und Atemwegserkrankungen“ in allgemeiner Hinsicht, wobei auch hier das Thema Corona nicht unerwähnt bleiben kann.

Wir wünschen allen Leser*innen viel Spaß beim Lesen dieses Themenheftes.


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Eduard Kurz

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Korrespondenzadresse

Dr. Eduard Kurz
Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Departement für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)
Deutschland

Publication History

Article published online:
27 June 2022

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Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany


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