Pneumologie 2022; 76(05): 305-306
DOI: 10.1055/a-1782-0655
Referiert – kommentiert

Scopolamin reduziert präfinale Rasselatmung

Todesrasseln durch nicht mehr transportierten Schleim in den Atemwegen kommt in den letzten Lebenstagen relativ häufig vor. Auch wenn angenommen wird, dass Sterbende durch die Bewusstseinseinschränkung nicht darunter leiden, gibt es keinen sicheren Beweis, ob und wie die Rasselatmung empfunden wird. Angehörige sind durch die Geräusche oft gestresst und befürchten Luftnot oder Angst. In der SILENCE-Studie kam eine Rasselatmung seltener und später vor, wenn regelmäßig Scopolamin injiziert wurde.

Fazit

Scopolamin war effektiv für die Reduktion von präfinaler Rasselatmung. Allerdings verlängerte sich die Sterbephase signifikant (median 42,8 h vs. 29,5 h). Laut den Autoren zeige SILENCE darüber hinaus, dass randomisierte Studien mit Sterbenden möglich und im Kontext der täglichen Hospizversorgung machbar sind. Die Untersuchung könne als Modell für weitere Studien dienen, die Behandlungen und die Beschwerdelinderung in der finalen Lebensphase zum Thema haben.



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Article published online:
06 May 2022

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