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DOI: 10.1055/a-1690-2840
Kutanes Plattenepithelkarzinom: Inzidenz und Faktoren für die Metastasierung
Cumulative incidence and disease-specific survival of metastatic cutaneous squamous cell carcinoma: A nationwide cancer registry study.
J Am Acad Dermatol 2021;
DOI: 10.1016/j.jaad.2021.09.067
Das kutane Plattenepithelkarzinom (cutaneous squamous cell carcinoma, cSCC) ist die weltweit zweithäufigste Krebsart und weist ein hohes Metastasierungsrisiko auf. Bislang gibt es allerdings keine Studien, die Auskunft über die landesweite Inzidenz von metastasiertem cSCC (mcSCC) geben. Diese seien jedoch dringend notwendig, um die Epidemiologie der Krankheit auf nationaler Ebene korrekt abbilden zu können.
Ziel einer aktuellen niederländischen Studie war es daher, die kumulative Inzidenz und die krankheitsspezifische Überlebensrate von Patientinnen und Patienten mit mcSCC in der niederländischen Bevölkerung zu bestimmen. Dafür führten die Forschenden eine landesweite Studie durch, die Patienten mit histopathologisch bestätigten erstem cSCC in den Jahren 2007 oder 2008 umfasste. Dabei griffen sie auf das niederländische Krebsregister (NCR) zurück, das alle histopathologisch bestätigten Krebsfälle in den Niederlanden seit 1989 erfasst. Außerdem verwendeten sie das landesweite Netzwerk und Register für Histopathologie und Zytopathologie (PALGA), um die Pathologieberichte aller ersten und nachfolgenden cSCCs zu erhalten. Aus dem NCR entnahmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler u. a. Informationen zum Geschlecht, zum Alter bei der Diagnose, zum Vitalstatus und der Nachbeobachtungsdauer. Daten zur Art und Lage der Metastasen sowie die für die Metastasierung verantwortliche cSCC-Läsion wurden aus den Pathologieberichten entnommen, während die Informationen über nicht-melanotischen Hautkrebs durch eine Verknüpfung mit dem niederländischen Statistikamt erhoben wurden.
Ergebnisse
Insgesamt wurden 11 137 Patienten mit dem ersten cSCC in den Jahren 2007 oder 2008 identifiziert.
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Bei den 11 137 Patienten entwickelten sich bei 1,9 % (n = 217) Metastasen. Die kumulative Gesamtinzidenz von mcSCC betrug 1,9 % (95 %-KI 1,8–2,0) nach 10 Jahren Nachbeobachtung – mit einer medianen Zeit bis zur Metastasierung von 1,5 Jahren (IQR 0,6–3,8 Jahre) nach dem ersten cSCC.
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Die meisten Metastasen traten innerhalb der ersten 4 Jahre nach der ersten cSCC-Diagnose auf (78 %, n = 170).
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Männer wiesen eine höhere mcSCC-Inzidenzrate auf als Frauen: 2,3 % (95 %-KI 2,2–2,4) vs. 1,4 % (95 %-KI 1,3–1,5) (p < 0,001).
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Multivariable Cox-Regressionsanalysen erwiesen Alter (adjustierte Hazard Ratio [aHR] = 1,03, 95 %-KI 1,0–1,05), männliches Geschlecht (aHR = 1,7, 95 %-KI 1,3–2,3) und Immunsuppression (aHR [Organtransplantierte] = 5,0, 95 %-KI 2,5–10,0; aHR [hämatologisches Malignom] = 2,7, 95 %-KI 1,6–4,6) als Risikofaktoren.
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Von den 213 mcSCC-Fällen starben 32 Patienten (15 %) an ihrem (m)cSCC und die krankheitsspezifische 5-Jahres-Überlebensrate für Patienten mit mcSCC betrug 79,1 %.
Das Risiko für die Entwicklung von Metastasen bei einem Patienten mit cSCC liegt bei etwa 2 %, wobei die Mehrzahl der Metastasen innerhalb der ersten 4 Jahre nach der Diagnose auftritt. Einem erhöhten Risiko sind dabei männliche, ältere und immungeschwächte Patienten ausgesetzt, die insofern einer besonderen Überwachung bedürfen, so die Autoren. Einschränkung sei jedoch, dass nur histopathologisch bestätigte mcSCCs einbezogen wurden, sodass die Inzidenz möglicherweise unterschätzt wurde.
Leandra Metzger, Stuttgart
Publication History
Article published online:
16 March 2022
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Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany
