Pneumologie 2020; 74(02): 73
DOI: 10.1055/a-1090-8364
Pneumo-Fokus
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Thorakoskopiekurs – Änderung der praktischen Ausbildungsstrategie

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Publication Date:
12 February 2020 (online)

 

    Vom 19. – 21. September 2019 fand in Halle (Saale) der jährliche Thorakoskopiekurs unter der Schirmherrschaft der Sektion Endoskopie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin unter Mitwirkung zahlreicher Referenten aus Deutschland, der Schweiz und Griechenland statt.


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    Ziel dieses Kurses war es, Kolleginnen und Kollegen, die die internistische Thorakoskopie erlernen wollen, an die Methode heranzuführen und denen, die bereits über Erfahrungen verfügen, eine Möglichkeit zur Erweiterung und Auffrischung ihrer Kenntnisse hinsichtlich dieses wichtigen Verfahrens zu geben.

    Neben sehr praxisorientierten didaktischen Vorträgen zur Vorbereitung und Durchführung der internistischen Thorakoskopie sowie dem Management nach dem Eingriff wurden die einzelnen diagnostischen und therapeutischen Indikationen detailliert vorgestellt und kritisch diskutiert. Kontroverse Diskussionen gab es hinsichtlich des Stellenwertes der internistischen Thorakoskopie beim Pneumothorax und Pleuraempyem. Bei beiden Indikationen handelt es sich um Graubereiche zwischen internistischer Thorakoskopie und videoassistierter Thoraxchirurgie.

    Die Vorstellung der Techniken der videoassistierten Thoraxchirurgie unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzes eines Operationsroboters gestattete einen Blick in die Möglichkeiten thorakoskopisch gesteuerter chirurgischer Verfahren (Keilresektion, Pleurektomie, Lobektomie etc.).

    Im Rahmen von Livedemonstrationen internistischer Thorakoskopien wurden die Pneumothoraxanlage, Biopsietechniken, die Talkumpoudrage und die Technik der Anlage einer Thoraxdrainage unter Sicht (in Einlochtechnik) gezeigt und während des Eingriffs diskutiert.

    In weiteren Vorträgen ging es um Probleme der Krankenhaushygiene (u. a. räumliche Voraussetzungen in einer Endoskopieabteilung oder im Operationssaal) und den besonderen Stellenwert der Sonografie für die Planung der Durchführung der Thorakoskopie. Darüber hinaus waren die besondere Herausforderung der Diagnostik und Therapie des Mesothelioms, die Pleuraerguss-Zytologie, die Interventions- und die Kontrastmittelsonografie bei Pleuraerkrankungen sowie der getunnelte Pleurakatheter wesentliche Kursthemen.

    Die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer hatten die besondere Gelegenheit, die Technik der Lokalanästhesie, die Pneumothoraxanlage, die Thorakoskopie mit verschiedenen Biopsieverfahren und Methoden der Adhäsiolyse sowie Techniken der Thoraxdrainage (einschließlich getunnelter Katheter) unter Anleitung selbst an einem anatomischen Präparat vorzunehmen. Die Ausbildung am menschlichen anatomischen Präparat erlaubt ein sehr praxisnahes Vorgehen. Durch das Vorhandensein aller für die Thorakoskopie notendigen technischen Geräte (Videoturm, CO2-Endoflator für die Pneumothoraxanlage, Instrumentarium, Koagulationsgerät, Sauger etc.) wurden realistische Bedingungen geschaffen, die der Situation der in einem Operationssaal oder einer Endoskopieabteilung sehr nahekommen. Die anatomischen Gegebenheiten im menschlichen Thorax und die sich daraus ergebenden Risiken bei speziellen Interventionen sowie die Gewebekonsistenzen entsprechen im Gegensatz zum Tierpräparat denen, die man auch am Patienten vorfindet.

    Der Praxisteil fand im Institut für Anatomie und Zellbiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Direktorin: Prof. Dr. Heike Kielstein) statt.

    Termine

    Der nächste Thorakoskopiekurs wird vom 22. – 24. Oktober 2020 in Halle (Saale) stattfinden (begrenzte Teilnehmerzahl!!).

    Anmeldungen:
    Susan Arlt/Kerstin Marien
    Medizinische Klinik III
    Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara
    Mauerstr. 5
    06108 Halle/Saale
    Tel.: 0049345/213-4287 oder 4281
    Fax: 0049345/213-4282
    [email protected]
    [email protected]

    Dr. Ralf Heine, Halle (Saale)


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