DO 2020; 18(01): 1
DOI: 10.1055/a-0966-5088
Editorial
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Editorial

Katharina Engemann
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Publication Date:
02 January 2020 (online)

 

Lieber Leserinnen, liebe Leser,

ein weiteres Mal habe ich die große Freude, Ihnen das 1. Heft des neuen Jahrgangs der DO zu präsentieren. Eine spannende Zeit von der Idee bis zum fertigen Heft liegt hinter mir und allen anderen Beteiligten. Die Idee, wissenschaftliches Arbeiten in der osteopathischen Praxis in einigen Artikeln dieser Ausgabe vorzustellen, entstand durch die Erfahrungen bei einer Reise nach Kirksville zu einem Training des DO-Touch.Net und durch die Gespräche mit vielen Kollegen.


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Die Evidenzbasierte Medizin (EBM) findet nicht ausschließlich an den Universitäten und in den Krankenhäusern statt. Auch die tägliche Praxis ist durch die Fragen unserer Patienten davon betroffen. Der Osteopath im modernen Gesundheitswesen sollte diesen Anfragen gerecht werden können. Wenn wir die Fragen unserer Patienten nicht beantworten, machen dies andere, und das könnte zu Entwicklungen führen, die uns nicht gefallen. Wir müssen deshalb in der Lage sein, schnell an gesicherte Informationen zu kommen. Dazu befähigt uns die Literaturrecherche in Datenbanken. Doch das ist nicht alles: Es ist zudem wichtig, fundierte Studien oder Artikel zu erkennen und den Umgang mit diesen zu üben.

Auch wenn diese Themen im Rahmen dieses Heftes nicht erschöpfend behandelt werden können, sollen Sie hier Anregungen und Anleitungen finden. Die Teilnahme an einem Seminar zum Umgang mit Datenbanken halte ich für Osteopathen für genauso wichtig wie die Schulung der palpatorischen Fähigkeiten in Postgraduate-Kursen zur kranialen, viszeralen oder parietalen Osteopathie.

Das Besondere an der Osteopathie ist für mich die Zusammenarbeit von Kopf, Herz und Hand als gleichberechtigten Partnern. Es gibt keine medizinische Richtung, sei es die Allopathie oder Komplementärmedizin, die alles heilt. Das gefällt mir nicht immer, aber das Wissen, wo Osteopathie erfolgversprechender ist und wo nicht, macht das Behandeln einfacher, weil sowohl die Patienten als auch die Osteopathen realistische Erwartungen haben.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit den Artikeln und freue mich, wenn Sie sich genauso wie ich dann einfach mal trauen, in die Welt der EBM einzutauchen, und die Scheu vor Studien und Zahlen verloren haben.

Katharina Engemann


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Katharina Engemann

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