Seoane M.
et al.
Lineage-specific control of TFIIH by MITF determines transcriptional homeostasis and
DNA repair.
Oncogene 2019;
DOI:
10.1038/s41388-018-0661-x
Die genotoxisch besonders exponierten, pigmentbildenden Zellen aktivieren den Transkriptionsfaktor
MITF, um ihre genetische Integrität und transkriptionelle Homöostase aufrecht zu erhalten.
MITF wiederum transaktiviert den allgemeinen Transkriptionsfaktor 2H1 (GTF2H1), der
für die Nukleotid-Exzisionsreparatur und die Transkription durch TFIIH benötigt wird.
Zudem entdeckten die Forscher, dass MITF das Wachstum entarteter Pigmentzellen durch
GTF2H1 vorantreibt und auf diese Weise die Progression und Fernabsiedlung der Tumorzellen
mitbestimmt. „Die funktionelle Achse MITF-GTF2H1 ist in den Tumorzellen aktiv und
fungiert quasi als Steuerungselement des Wachstumsmotors“, erklärt Horstmann das Forschungsergebnis
seiner Arbeitsgruppe.
Dabei reguliert MITF nicht nur den für die Architektur des Transkriptionsinitiationskomplex
so wichtigen GTF2H1, sondern auch seine katalytische Untereinheit, das Enzym CDK7
– eine Kinase, die sowohl für die Transkription als auch für die Zellzyklusaktivität
unabdingbar ist. In 15 – 20 % der untersuchten malignen Pigmentzelltumoren geht der
zentrale Microphthalmia Transkriptionsfaktor verloren und wird durch sein Homolog,
das Proto-Onkogen c-MYC, ersetzt. Hierbei übernimmt MYC die Kontrolle über CDK7 in
den pigmentbildenden Zellen.
Da MYC in einer Vielzahl von Tumoren aktiv ist, liegt hier möglicherweise ein wunder
Punkt von Tumorzellen. Die Forscher hoffen nun, durch gezielte Hemmung der MYC-abhängigen
CDK7 auch bislang kaum zu kontrollierende Tumoren behandeln zu können.
Nach einer Pressemitteilung des Forschungsinstituts Kinderkrebs-Zentrum Hamburg