Die Sektion Allergologie und Immunologie bringt den aktuellen Kenntnisstand der Allergologie
und Immunologie mit dem breiten Spektrum der Lungenerkrankungen in Zusammenhang. Besonderes
Augenmerk legen wir auf die Umsetzbarkeit dieser Erkenntnisse bei der praktischen
Arbeit im Krankenhaus und in der Versorgung durch niedergelassene Fachärzte.
Die Sektion war bei dem Kongress 2019 in München mit einem Postgraduiertenkurs, sieben
Symposien und zwei Frühseminaren vertreten. Im Rahmen des Jahreskongresses wurden
verschiedene Themen behandelt. Dazu gehörten Asthma (Biologika, seltene Allergene,
Komorbiditäten, Therapie der Exazerbationen), Husten (Differenzialdiagnosen, rationale
Diagnostik, antiinflammatorische und neuronale Therapiestrategien), Präzisionsmedizin
bei allergischen Erkrankungen (anti-IgE/anti-Il-5, Allergen-Immuntherapie, Neurodermitis,
neue Antikörper), Allergen-Immuntherapie (AIT in der Asthma-Leitlinie, AIT bei Atemwegsallergien,
AIT in der Pädiatrie, Praktisches zur Verordnung), Exogen allergische Alveolitis (chron.
EAA, Radiologie, serol. EAA-Diagnostik, Kasuistiken), Aspergillen-assoziierte Lungenerkrankungen
(ABPA, chron. pulmonale Aspergillosen [CPA], invasive Aspergillosen) und Feinstaub,
Stickoxide und Co: Luftschadstoffe. Zusammen mit der GPP wurde auch noch ein Postgraduiertenkurs
zum Thema Allergie-Diagnostik und -Therapie durchgeführt.
Die weitere Arbeit der Sektion umfasst die Erstellung von und Mitarbeit an Leitlinien.
Dazu gehörte die Teilnahme an der S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten
mit Asthma, Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Asthma, der Leitlinie Spezifische
Immuntherapie und der Leitlinie In-vitro-Allergiediagnostik.
Biologika werden zunehmend in der Therapie des schweren Asthmas eingesetzt. Neben
dem Einsatz von anti-IgE kam es in den letzten Jahren insbesondere zur Implementierung
von IL-5-blockierenden Strategien. Dabei haben Mitglieder der Sektion auch im Rahmen
des GBA-Verfahrens als Sachverständige fungiert. Als weitere interessante Entwicklung
sind weitere Antikörper wie gegen die IL-4-Rezeptor alpha-Kette von Interesse, die
eine weitere Therapieoption für Patienten mit schwerem Asthma darstellen.
Unter der Federführung von Frau Dr. Ortrud Karg und der wissenschaftlichen Leitung
von Herrn Dr. Peter Velling wurde zum 3. Mal ein viertägiges Weiterbildungsseminar
im Rahmen der Fortbildungsakademie Pneumologie der DGP in 2018 durchgeführt. Dieser
Kurs dient insbesondere der Vorbereitung auf eine Prüfung für die Zusatzweiterbildung
Allergologie. Das ausführliche Curriculum wird auch in 2019 in München unter der Leitung
von Frau Prof. Andrea Koch angeboten werden. Im Rahmen der Novellierung der Muster-Weiterbildungsordnung
zur Allergologie bleibt abzuwarten, ob ein solcher Kurs als verpflichtender Teil der
Weiterbildung definiert wird. Im kommenden Jahr ist die weitere Etablierung des Weiterbildungsseminars
im Rahmen der Fortbildungsakademie Pneumologie der DGP geplant. Für 2020 konnte als
nächster Standort Essen gewonnen werden. Es ist aber geplant, diesen Kurs in weiteren
Städten in Deutschland anzubieten.
Eine weitere Vernetzung der DGP mit der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und
Immunologie (DGAKI) ist notwendig und wird auch durch eine intensive Mitarbeit von
Mitgliedern der Sektion bei Leitlinienprojekten der DGAKI verdeutlicht. Im Jahr 2020
stehen die nächsten Wahlen für die Position des Sektionssprechers und stellvertretenden
Sprechers an.
Prof. Dr. Christian Taube, Essen
Dr. med. Marcus Joest, Bonn