Keywords
Homöopathie - Komplexmittel - meta Fackler - Planeten - Nosoden - meta-Komplexe -
grippaler Infekt - Metalle - Planetenmetalle - Toxine - Erbnosoden - metavirulent®
- Ferrum phosphoricum - Aconitumnapellus - Veratrumalbum - Gelsemiumsempervirens -
Luffa operculata - Gentiana lutea - Influencinum - Isopathie
Abb. 1 Eisenerz: In der Paracelsusmedizin ist Eisen dem Planeten Mars zugeordnet.
Es eignet sich im Sinne des Marsprinzips zur Stärkung der Immunabwehr und bei Erschöpfungszustànden.
Foto: © Adobe Stock / uwimages
META-KOMPLEXE vereinen Homöopathie, Paracelsusmedizin und Nosodentherapie.
Heike Felgenhauer
NACH SEINER AUSBILDUNG an der heutigen Josef-Angerer-Schule in München eröffnete Apotheker
und Heilpraktiker Erich Fackler seine eigene Naturheilpraxis. Dort fanden vor allem
die selbst rezeptierten homöopathischen Wirkstoffmischungen großen Anklang. Aus diesen
Pflanzen-Metall-Gemischen entwickelte er sein eigenes Komplexmittelsortiment, welches
sich neben funktionsbezogenen homöopathischen Grundsätzen auch an der Paracelsusmedizin
orientiert. Heute spricht man von meta-Komplexen – homöopathische Komplexmittel der
meta Fackler Arzneimittel GmbH. Diese können bei akuten und chronischen Erkrankungen
eingesetzt werden.
Sieben Planeten, sieben Metalle, sieben Körperfunktionen
Sieben Planeten, sieben Metalle, sieben Körperfunktionen
Für Paracelsus lag der Auslöser einer Erkrankung in einer „meta-physischen“, das heißt
für den Menschen nicht fassbaren, Ebene. Er bezog sich dabei auf das hermetische Prinzip
der wechselseitigen Übereinstimmungen zwischen dem Menschen als Mikrokosmos und der
Welt als Makrokosmos. In dieser alchemistischen Gesundheitslehre besitzen Metalle
eine Schlüsselfunktion. Jedem der sieben Planeten ordnete Paracelsus ein Metall zu.
Man spricht auch vom Planetenmetall.
Merke: Folgende sieben Metalle setzte Paracelsus in Beziehung zu den Planeten: Silber
(Mond), Quecksilber (Merkur), Kupfer (Venus), Gold (Sonne), Eisen (Mars), Zinn (Jupiter)
und Blei (Saturn).
Die Kräfte der Planeten wiederum stehen in einer bestimmten Resonanz zu unseren Organen.
Aufgrund dieser Organentsprechungen spielen die Planetenkräfte und die damit assoziierten
Metalle in der Paracelsusmedizin eine wichtige Rolle. Sie sind sowohl bei konkreten
körperlichen Störungen als auch den damit verbundenen Gemüts- und Geistessymptomen
therapeutisch relevant. So ist Blei mit dem Planeten Saturn verbunden, der sich in
tartarischen Erkrankungen widerspiegelt. Dies betrifft Krankheiten wie Sklerose, die
mit Starre und Ablagerung von Stoffwechselprodukten einhergehen. Eisen eignet sich
zur Stärkung einer geschwächten Immunabwehr und bei Erschöpfungszuständen, denn beides
ist mit einem geschwächten Marsprinzip assoziert. Die Leber wird als „Königsorgan
des Stoffwechsels“ Jupiter (Zeus), dem Regenten des Olymps, zugeordnet. Daher steht
das Jupitermetall Zinn nach Paracelsus direkt mit den Leberfunktionen in Verbindung.
Es wirkt strukturierend und entgiftend auf das Bindegewebe und regenerierend bei Störungen
des Bewegungsapparats.
Synergie durch Planetenmetalle und wirkungssynchrone Begleitmittel
Synergie durch Planetenmetalle und wirkungssynchrone Begleitmittel
Viele meta-Komplexe enthalten ein Planetenmetall als Herzstück. Es dient im übertragenen
Sinne als Leitschiene für die enthaltenen wirkungssynchronen Heilpflanzen und Mineralien
und führt sie zum erkrankten oder geschwächten Organ. Das heißt, die meist pflanzlichen
Kombinationspartner entsprechen der kosmischen Idee beziehungsweise den Signaturen
oder Organbeziehungen des Metalls. Dies erzielt eine synergistisch verstärkende Wirkung.
So wird zum Beispiel das Jupitermetall Zinn mit bitteren Arzneien wie Berberitze und
Schöllkraut kombiniert, die mit ihrer gelben Farbe die typische Signatur von Leberpflanzen
zeigen. Ein anderes Beispiel: Für Paracelsus war Silber das „beste Heilmittel für
das Gehirn“. Daher kann es gut bei jeder Form psychosomatischer Symptomatik eingesetzt
werden. Entsprechend bieten sich bei nervösen Verdauungsbeschwerden zum Beispiel Kombinationen
mit den Nachtschattengewächsen Belladonna und Mandragora oder dem Pfeilgiftgewächs
Nux vomica an. Bei nervösen Herzbeschwerden, Unruhe oder Erschöpfung wirken das pflanzliche
Anxiolytikum Kava-Kava oder die Moschuswurzel (Sumbulus moschatus) synergistisch zu
Silber.
Nosodentherapie mobilisiert unentdeckte Toxine
Nosodentherapie mobilisiert unentdeckte Toxine
Neben den Metallen sind bei den meta-Komplexen Nosoden ein zentrales Thema. Als Schüler
und Wegbegleiter von Josef Angerer war Erich Fackler eng mit der Iridologie verbunden.
Der Blick auf das Irisgewebe ermöglicht dem Therapeuten gewissermaßen eine Analyse
des lebendigen Bindegewebes (Mesenchym). Erfahrene Irisdiagnostiker erkennen als Ursache
chronischer Erkrankungen häufig erworbene Störherde durch Toxine und Noxen verschiedenster
Herkunft oder auch erbliche Belastungen durch frühere Generationen. Bereits Josef
Angerer empfahl in diesen Fällen die „Anregung des Mesenchyms“ sowie die „Ausschwemmung
und Bindegewebsentlastung“. Dies kann durch den Einsatz von Nosoden erfolgen, die
nicht nur die zugrundeliegenden Krankheiten ansprechen, sondern alle dem Krankheitsbild
ähnlichen Syndrome. Hierfür kommen sowohl Erbnosoden wie Medorrhinum und Tuberculinum
als auch Nosoden mit Wirkung auf erworbene Belastungen wie die Pyrogenium- und Vaccininum-Nosode
infrage.
Häufig liefert selbst eine ausführliche Anamnese keinen Aufschluss über die Herkunft
der im Mesenchym abgelagerten Stoffe. Dann ist eine Mischrezeptur mehrerer Nosoden
möglich, um die Toxine zu mobilisieren. Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche
Ausleitung ist dabei immer die Drainage der entgiftenden Organe wie Leber, Niere oder
Lymphsystem.
Das Zusammenspiel von Nosoden, Metallen und organbezogenen Drainagemitteln bildet
die Grundlage für die Entgiftungsund Ausleitungskonzepte.
Genetische, infektiöse und toxische Belastungen verursachen im Organismus Immunschwöchen
und Dysregulationen. Eine Kombination verschiedener Nosoden und weiterer entgiftender
und umstimmender homoopathischer Wirksubstanzen wie Vincetoxicum oder Sulfur kann
diese Ursachen nach homöopathischem Verständnis beseitigen. Damit ist der Weg für
eine spezifische Therapie frei.
Metavirulent® bei grippalen Infekten
Metavirulent® bei grippalen Infekten
Die Grundprinzipien der meta-Komplex-Therapie lassen sich gut an dem homöopathischen
Komplexpräparat metavirulent® veranschaulichen. Es enthält eine Eisenverbindung (Eisen-III-phosphat),
die wie beschrieben mit dem Planeten Mars in Beziehung steht. Entsprechend der Wirkung
auf die Immunabwehr und bei Erschöpfungszustanden eignet sich metavirulent® zur Behandlung grippaler Infekte. Ferrum phosphoricum D8 wird durch Aconitum napellus
D4 (Blauer Eisenhut) und Veratrum album (Weißer Germer) D4 ergänzt. Beide Pflanzen
ordnet man wegen ihrer Giftigkeit Saturn und Mars zu. Traditionell verwendet man sie
bei fieberhaften Erkrankungen, besonders mit Erschöpfung. Erganzend sind noch das
Grippe- und Kopfschmerzmittel Gelsemium sempervirens D4 und das Schnupfenmittel Luffa
operculata D12 in der Rezeptur enthalten. Erschöpfung ist auch der Grund für die weiteren
Zutaten wie Milchsäure (Acidum L(+)-lacticum D15) zur Verbesserung der humoralen Stoffwechsellage
und Gelber Enzian (Gentiana lutea Urtinktur). Man findet ihn im Gebirge als Nachbar
von Eisenhut und Germer. Als Bittermittel verbessert er zudem die Entgiftungsfunktionen
der Leber, was die Ausscheidung von Immuntoxinen und die Rekonvaleszenz fördert. Man
könnte auch sagen, dass die drei Gebirgspflanzen mit ihrer Vitälitat das Immunsystem
wirksam unterstützen, um dem Erschöpfungszustand, der einer Erkältung nahezu immer
vorausgeht, Herr zu werden. Auch verhindert die Rezeptur durch die Anregung der Lebenskraft
mögliche Rezidive.
Influencinum – nicht nur bei Influenza
Influencinum – nicht nur bei Influenza
Die in metavirulent® enthaltene Influencinum-D-30-Nosode wird aus dem sterilisierten Expektorat an Grippe
erkrankter Patienten gewonnen. Sie wurde von dem Schweizer Arzt Antoine Nebel 1918
während der Grippeepidemie erprobt und in die Homöopathie eingeführt. Nach homöopathischem
Verständnis ermöglicht die Nosode eine zielgerichtete Aktivierung des körpereigenen
Immunsystems. Denn sie wirkt nicht nur im Sinne der Isopathie spezifisch gegen Grippeviren,
sondern über Kreuzreaktionen auch sehr gut auf banale grippale Infekte. Die Nosode
kann ab dem Auftreten der ersten Infektzeichen gegeben werden, unterstützt aber auch
gemeinsam mit den anderen Bestandteilen im Verlauf der Erkrankung die Ausleitung und
Drainage der Virustoxine.
Dieser Artikel ist online zu finden:
http://dx.doi.org/10.1055/a-0551-6873