Tierarztl Prax Ausg K 2018; 46(05): 297-302
DOI: 10.15654/TPK-170833
Originalartikel – Original Article
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Effekt eines Insektenprotein-basierten Futters auf die Symptomatik von futtermittelallergischen Hunden

Evaluierung in einer unverblindeten FallserieArticle in several languages: deutsch | English
Teresa M. S. A. Böhm
1  Zentrum für klinische Tiermedizin, Tiermedizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
,
Christoph J. Klinger
1  Zentrum für klinische Tiermedizin, Tiermedizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
,
Natalie Gedon
1  Zentrum für klinische Tiermedizin, Tiermedizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
,
Laura Udraite
1  Zentrum für klinische Tiermedizin, Tiermedizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
,
Katja Hiltenkamp
1  Zentrum für klinische Tiermedizin, Tiermedizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
,
Ralf S. Mueller
1  Zentrum für klinische Tiermedizin, Tiermedizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Eingegangen: 04 December 2017

Akzeptiert nach Revision: 30 July 2018

Publication Date:
12 December 2018 (online)

Zusammenfassung

Gegenstand und Ziel: Essbare Insekten (wie Mehlwürmer, Heuschrecken und Grillen) enthalten hohe Mengen an Energie, Protein, essenziellen Fettsäuren sowie Mengen- und Spurenelementen und stellen eine qualitativ hochwertige Nahrungsquelle dar. Sie sind als neuartige Proteinquellen für Futtermittelallergiker interessant und können auch in ökologischer und ethischer Hinsicht sinnvoll sein. Ziel dieser Fallserie war, die Wirkung eines neuen kommerziell erhältlichen Insektenprotein-basierten Trockenfutters auf die Symptomatik dieser Hunde mittels Canine Atopic Dermatitis Lesion Index (CADLI), Pruritus Visual Analogue Scale (PVAS) und Fellqualitätsscore zu evaluieren. Material und Methoden: In diese Studie wurden 20 Hunde mit atopischer Dermatitis aufgrund einer diagnostizierten Futtermittelunverträglichkeit eingeschlossen. Die Hunde erhielten 2 Wochen lang ausschließlich dieses Futter. Ergebnisse: Die Studie beendeten 15 der 20 Hunde. Bei 12 dieser Tiere wurde eine Verbesserung der Läsionen festgestellt, zwei entwickelten eine geringgradige Verschlechterung der Hautveränderungen und ein Patient präsentierte sich klinisch unverändert. Der Juckreiz verringerte sich bei acht Patienten, blieb bei vier Hunden unverändert und verstärkte sich bei drei Tieren (in zwei Fällen geringgradig um durchschnittlich 1,5 Juckreizscore-Punkte, bei einem Patienten dramatisch um 8 Juckreizscore-Punkte). Die bei 14 Hunden beurteilte Fellqualität verbesserte sich bei sechs Tieren und änderte sich nicht bei acht Hunden. Signifikante Unterschiede ergaben sich hinsichtlich der Verbesserung des Scores für die Hautläsionen (Wilcoxon- Test, p = 0,007) und der Fellqualität (Wilcoxon-Test, p = 0,01), nicht aber für den Juckreiz-Score (p = 0,53). Die Palatabilität des Futters war sehr gut. Außer bei einem Patienten galt dies auch für die Verträglichkeit. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Basierend auf diesen Ergebnissen ist das verwendete Insekten-basierte Trockenfutter eine interessante Fütterungsalternative bei Hunden mit Futtermittelunverträglichkeit.