Z Geburtshilfe Neonatol 2008; 212 - P32
DOI: 10.1055/s-2008-1078935

Nekrotisierende Enterokolitis eines reifen Neugeborenen mit Norovirusinfektion

S Ludt 1, H Balke 1, J Runde 1, A Renneberg 2, H Schwalm 1, P Lasch 1, C Lorenz 3, G Selzer 1
  • 1Klinikum Bremen-Mitte gGmbH Kinderklinik Prof. Hess, Bremen
  • 2Kinderklinik, Krankenhaus am Bürgerpark, Bremerhaven
  • 3Klinik für Kinderchirurgie und Urologie, Bremen

Die Nekrotisierende Enterokolitis ist eine Erkrankung des Frühgeborenen. Die Ätiologie ist nicht eindeutig,, multifaktorielle Gründe werden diskutiert. Eine gesicherte Ursache sind Infektionen. Diese können auch zur NEC bei reifen Kindern führen. Wir berichten über ein reifes männliches Neugeborenes. Am dritten Lebenstag wurde aufgrund radiologischer und klinischer Zeichen die Verdachtsdiagnose NEC gestellt. Eine antibiotische Therapie mit Ampicillin, Cefuroxim und Metronidazol wurde eingeleitet. Die Verlegung erfolgte am vierten Lebenstag zur weiteren Therapie in unsere Klinik. Bei der Laparatomie fanden sich zwei isolierte Ileumperforationen, die übernäht bzw durch einen doppelläufiger Anuspraeter ausgeleitet wurden. Histologisch bestätigte sich der Verdacht auf eine NEC bei transmuralen Wandnekrosen. Der postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos. In der bereits vor Verlegung abgenommenen Stuhlprobe wurde Norovirus nachgewiesen. Während des gesamten stationären Aufenthaltes zeigte der Junge keine Anzeichen einer akuten Gastroenteritis. Im Weiteren unkomplizierter Nahrungsaufbau, bereits nach 5 Wochen konnte der AP zurückverlagert werden. Die Norovirusenteritis muss in die Liste der möglichen Ursachen der „atypischen“ NEC mit aufgenommen werden. Bei ansteigender Infektionsrate mit Noroviren muss vermehrt auch hierauf geachtet werden.