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DOI: 10.1055/s-2008-1073449
MRT und Ganzkörper-MRT zur Verlaufskontrolle bei chronisch rezividierender multifokaler Osteomyelitis (CRMO) bei Kindern und Jugendlichen
Ziele: Die chronisch rezidivierende multifokale Osteomyelitis (CRMO) stellt eine seltene Erkrankung des Kindes- und Jugendalters dar, die aufgrund des unspezifischen Krankheitsbildes oft verspätet diagnostiziert wird.
Der MRT kommt zur Bestimmung von Ausmass und Aktivität der Erkrankung eine bedeutende Rolle zu, insbesondere die Ganzkörper-MRT ist dazu geeignet, den Verlauf der Erkrankung für jede einzelne Läsion zu bestimmen.
An einer größeren Patientenpopulation wurden Anzahl, Ausdehnung, Aktivität und der zeitliche Verlauf der Manifestationsorte der CRMO mit der MRT, überwiegend der Ganzkörper-MRT, beurteilt. Methode: Über einen Zeitraum von 5 Jahren wurden insgesamt 32 Kinder und Jugendliche (11männlich, 21 weiblich, Durchschnittsalter bei Erstdiagnose 11.6 Jahre [2.1–17.1 Jahre]) mit der Erstdiagnose CRMO der MRT (Siemens Symphony) zugeführt. Bei 10 Kindern erfolgte eine Ganzkörper-MRT in der Erstuntersuchung.
Die Aktivität des Prozesses wurde mittels einer qualitativen Bestimmung an drei Sequenzen beurteilt (TIRM/STIR, T1-gewichtet nativ und T1-gewichtet mit Fettunterdrückung nach Gd-DTPA i.v.).
Zusätzlich wurden Begleitreaktionen wie Synovialitis, Gelenkserguss, Myositis erfasst.
Die Diagnose wurde jeweils durch die Biopsie gesichert. Ergebnis: Bei 32 Patienten mit der Diagnose CRMO wurden insgesamt 184 Läsionen nachgewiesen. Am häufigsten zeigte sich in der Erstuntersuchung eine Beteiligung von knöchernem Becken und unteren Extremitäten (90/184 [49%] der Läsionen).
Am deutlichsten fanden sich in der Erstuntersuchung die Läsionen in der TIRM-Sequenz (n=38 massiv, n=41mäßig, n=23 gering, n=13 diskret; gesamt n=115) und in der kontrastmittelgestützten fettunterdrückten T1-gewichteten Sequenz (n=29 massiv, n=42mäßig, n=23 gering, n=22 diskret; gesamt n=116). Die native T1-gewichtete Sequenz zeigte nur in n=95 eine Signalabsenkung (n=25 massiv, n=28mäßig, n=27 gering, n=15 diskret). Die Größe der Läsionen variierte zwischen 2 und 180mm.
In den Folgeuntersuchungen bis max. 3.93 Jahre nach der Erstuntersuchung zeigten sich >90% der Läsionen komplett rückgebildet. Schlussfolgerung: Mit der Ganzkörper-MRT werden bei der CRMO zusätzliche Herde detektiert, die zum Untersuchungszeitpunkt inapparent sind. Da sich die Behandlung an klinischem Bild wie auch an der Bildgebung (MRT) orientiert, ist eine Darstellung aller Herde anzustreben.
Auch unter Therapie kommt es zu Rezidiven bzw. neuen Entzündungsherden, wobei die meisten der Läsionen bereits nach kurzer Zeit auf die Therapie ansprechen.
Korrespondierender Autor: Stenzel MS
Universität Würzburg/Institut für Röntgendiagnostik, Abteilung für Kinderradiologie, Josef-Schneider-Str. 2/D31, 97080 Würzburg
E-Mail: stenzel@roentgen.uni-wuerzburg.de
CRMO - Ganzkörper-MRT - Kinder