Psychiat Prax 2009; 36(1): 7-15
DOI: 10.1055/s-2008-1067498
Übersicht

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Behandlungsvereinbarungen in der Psychiatrie

Joint Crisis Plans in PsychiatryRaoul  Borbé1 , Susanne  Jaeger1 , Tilman  Steinert1
  • 1ZfP Die Weissenau, Ravensburg
Further Information

Publication History

Publication Date:
05 September 2008 (eFirst)

Zusammenfassung

Anliegen Erstellung einer Übersicht über Definitionen, praktische Aspekte und Effekte von Behandlungsvereinbarungen in der Psychiatrie. Methode Systematische Literaturübersicht. Ergebnisse Verschiedene Arten von Behandlungsvereinbarungen wurden im letzten Jahrzehnt vor allem in Nordamerika und Großbritannien etabliert. Daher kommt ein Großteil der wissenschaftlichen Literatur zu dem Thema aus diesen Ländern. Es gibt Hinweise aus einer randomisierten kontrollierten Studie, dass Behandlungsvereinbarungen Zwangseinweisungen und -behandlungen verringern können. In Deutschland werden Behandlungsvereinbarungen ebenfalls zunehmend verwendet, rechtliche Regelungen fehlen dazu ebenso wie eine wissenschaftliche Evaluation. Schlussfolgerungen Behandlungsvereinbarungen werden seitens der Betroffenen, aber auch von einem Teil der professionell Tätigen als nützliches Instrument in der Patientenversorgung angesehen. Untersuchungen zu möglichen Zielgruppen, der Akzeptanz, der Implementierung und den Effekten sollten in Deutschland vermehrt durchgeführt werden.

Abstract

Objective To give an overview about definitions, practice and effects of joint crisis plans in psychiatry. Method Systematic literature review. Results Different types of joint crisis plans have been emerging within the last decade mostly in North America and Great Britain. So far, scientific literature stems nearly exclusively from those countries. There is evidence from one RCT that joint crisis plans can reduce involuntary hospitalisation and involuntary treatment. In Germany, joint crisis plans are increasingly in use, but legal regulations do not exist and research is missing. Conclusions Joint crisis plans are considered as a useful instrument by service users and some professionals. Research is needed on target groups, acceptance, implementation strategies, and outcomes in Germany.

Literatur

Dr. med. Raoul Borbé

AG Versorgungsforschung, Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau, Abt. Psychiatrie I der Universität Ulm

Weingartshoferstraße 2

88214 Ravensburg

Email: raoul.borbe@zfp-weissenau.de