Psychiatrie und Psychotherapie up2date 2008; 2(05): 321-336
DOI: 10.1055/s-2008-1067449
Persönlichkeitsstörungen, Impulskontrollstörungen und dissoziative Störungen

Impulskontrollstörungen

Dieter Ebert
Kernaussagen
  • Unter „abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle” werden Störungen zusammengefasst, bei denen Betroffene den unwiderstehlichen Drang oder Impuls verspüren, Handlungen auszuführen, die ihnen oder der Allgemeinheit schaden. Definitionsgemäß werden dazu das pathologische Spielen, das pathologische Stehlen, die pathologische Brandstiftung und die Trichotillomanie gezählt.

  • Unter diese Kategorie können auch andere Impulskontrollstörungen wie die intermittierend auftretende Reizbarkeit oder die „Internetsucht” subsumiert werden, während der Missbrauch und die Abhängigkeit von psychotropen Substanzen oder Essstörungen definitionsgemäß davon abgegrenzt werden.

  • Es wird kontrovers diskutiert, ob es sich bei den Störungen der Impulskontrolle um eine eigenständige Krankheitsgruppe handelt, um ein unspezifisches Symptom verschiedener neurotischer Störungen oder um Unterformen anderer Erkrankungsgruppen wie ADHS, Suchterkrankungen, Zwangsstörungen oder affektive Störungen.

  • Durch Verhaltenstherapie und kognitiv behaviorale Therapie lassen sich wahrscheinlich alle Störungen positiv beeinflussen. Medikamentös wirken wahrscheinlich SSRI.



Publication History

Publication Date:
27 August 2008 (online)

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York