Eur J Pediatr Surg 1982; 37(9): 11-14
DOI: 10.1055/s-2008-1059806
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Zeitpunkt der myokinetischen Sphinkterersatzplastiken bei Incontinentia ani und vesicae1

Timing of Myokinetic Continence Improving Operations for Anorectal and Urinary IncontinenceA. M. Holschneider
  • Kinderchirurgische Klinik (Direktor: Professor Dr. W. Ch. Hecker) der Universitäts-Kinderklinik München im Dr. von Haunerschen Kinderspital
1 Vortrag gehalten auf der 19. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie in Düsseldorf 1981.
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
25. März 2008 (online)

Abstract

In 71 children on whom surgery to improve continence was performed mainly because of severe anorectal atresia, an investigation was carried out to find out whether there was a relationship between the patients' age at the time of operation and post-surgical continence. It was found that both after transplantation of the gracilis muscle according to Pickrell and after free muscle transplantation, the results obtained improved the more, the older the children at the time of surgery, and the more active their participation had been in postoperative intensive stool training. However, the authors' hope has so far not materialised that stool training would become redundant by free muscular transplantation, due to the reflectory introduction of freely transplanted musculature into the continence mechanism and the resulting spontaneous innervation and activation of the muscle. This would have facilitated early performance of an operation to improve continence.

Zusammenfassung

Bei 71 Patienten, bei denen eine kontinenzverbessernde Operation vorwiegend wegen hoher Anal- und Rektumatresie durchgeführt wurde, wurde überprüft, ob eine Relation zwischen dem Alter der Patienten bei der Operation und der sich nach dem Eingriff entwickelnden Kontinenzleistung besteht. Dabei zeigte es sich, daß sowohl nach der Gracilistransplantation nach Pickrell wie nach der freien Muskeltransplantation umso bessere Ergebnisse erzielt werden konnten, je älter die Kinder zum Operationszeitpunkt waren und umso aktiver ihre Mitarbeit im Rahmen eines postoperativen intensiven Stuhltrainings war. Die Hoffnung, daß durch den reflektorischen Einbau freitransplantierter Muskulatur in das Kontinenzgeschehen und die damit verbundene spontane Innervation und Aktivierung des Muskels ein Stuhltraining bei der freien Muskeltransplantation nicht notwendig wäre, und damit ein früherer Operationszeitpunkt für diesen kontinenzverbessernden Eingriff gewählt werden könne, erfüllte sich bisher nicht.

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