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DOI: 10.1055/s-2008-1051585
Früherkennung und funktionelle Behandlung der Hüftdysplasie und Hüftluxation*
Early Recognition and Functional Treatment of Hip Dysplasia and Dislocation* Herrn Prof. Rössler zum 60. Geburtstag gewidmet.Publikationsverlauf
Publikationsdatum:
14. Mai 2008 (online)
Zusammenfassung
Nach einer kurzen Einleitung wird über die Untersuchung der Neugeborenen- und Säuglingshüfte berichtet, wobei vor allem auf das Schnapp-Phänomen und die Erfolge von Rosen's in Schweden eingegangen wird. Die Untersuchung nach Ortolani wird beschrieben. Die gegenteiligen Meinungen zur Röntgenuntersuchung in den ersten Lebenswochen werden erörtert. Die Meßdaten der Strahlenbelastung verschiedener Autoren werden angeführt.
Wie bereits in vielen anderen Ländern gehandhabt, wird außer der Frühdiagnose auch eine Frühtherapie empfohlen. Hierbei wird darauf hingewiesen, daß nach verschiedenen Angaben in der Literatur und unserer eigenen Auffassung der Abduktionshemmung für die Entstehung der Hüftkopfnekrose eine übergeordnete Bedeutung zukommt. Eine Abduktionshemmung sollte nicht durch “brüskes Vorgehen” beseitigt werden, da dies nach unserer Auffassung die Hüftkopfnekroserate erhöht.
Wünschenswert erscheint eine zweimalige Vorsorgeuntersuchung des Neugeborenen bis zur Entlassung aus der geburtshilflichen Klinik, wobei die Erstuntersuchung in den ersten drei bis vier Lebenstagen erfolgen sollte.
Wünschenswert wäre eine gemeinsame Untersuchung durch Kinderarzt und Orthopäden. Da dies für die nahe Zukunft illusorisch sein dürfte, empfehlen wir das Modell, wie es in Schweden gehandhabt wird.
Da die Vorsorgeuntersuchungen bei uns in der Regel durch einen Kinderarzt ausgeführt werden, sollten die Kinderärzte auf die Wichtigkeit dieser Untersuchungstechnik hingewiesen werden und bei auffälligem Befund einen Orthopäden hinzuziehen. Zum Nutzen der kleinen Patienten mit instabilen Hüften erscheint uns hier nur eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kinderarzt (bzw. Allgemeinarzt) und Orthopäden einen für alle Seiten befriedigenden Erfolg zu gewährleisten. Von apodiktischen Forderungen sollte Abstand genommen werden.
Abstract
After a brief introduction the author reports on the examination of hips in newborns and infants, dealing in particular with the “snap phenomenon” and von Rosen's successes in Sweden. Ortolani's examination is described and conflicting opinions on radiological examination during the first weeks of life are discussed. Radiation doses measured by various authors are cited. In accordance with established practice in many countries, early treatment (in addition to early diagnosis) is recommended. In this context it is pointed out that according to various authors, and also in the opinion of the author, inhibited abduction plays a major causal role in necrosis of the head of the femur. Inhibition of abduction should not be corrected by “brusque” treatment, since in the author's opinion this increases the incidence of head necrosis.
It seems desirable to perform two preventive examinations of the newborn prior to discharge from the obstetric clinic; the first examination should take place during the first three to four days after birth.
It would also seem desirable for the examination to be carried out conjointly by a pediatrician and an orthopedist. Since this is likely to remain a fond hope for the immediate future, the method practiced in Sweden is recommended.
Since pediatricians usually perform preventive examinations in Germany, they should be made aware of the importance of the examination technique and of the desirability of Consulting an orthopedic surgeon if findings are pathologic. Only close cooperation between pediatrician (or GP) and orthopedist can ensure a satisfactory result for all concerned. Apodictic demands should not be made.
